Saarbrücken Gedenken an Seelsorger der Sinti und Roma

St. Johann · Am Sonntag, 21. Juni, wird die katholische Gemeinde St. Johann im Gottesdienst um 11 Uhr in der Pfarrkirche St. Michael, Schumannstraße 25, an den 50. Todestag von Pfarrer Arnold Fortuin erinnern. Das kündigt die Gemeinde an.

 Dieses Archivbild entstand bei der Wallfahrt der Sinti und Roma  zur Illinger Bergkapelle 1963.   

Dieses Archivbild entstand bei der Wallfahrt der Sinti und Roma zur Illinger Bergkapelle 1963.  

Foto: dpa

Fortuin starb 1970 als Pfarrer von Illingen. Er war der Begründer der damals sogenannten „Zigeunerwallfahrt“ in Illingen und der bundesweit erste Seelsorger der Sinti und Roma. In seiner Tätigkeit als Kaplan von St. Michael in Saarbrücken 1927 bis 1933 lernte er Sinti- und Roma-Familien kennen und unterstützte sie. In der NS-Zeit bewahrte  er etwa 200 Angehörige der Sinti-Minderheit vor der Vernichtung und wird deshalb auch der „Oskar Schindler der Sinti und Roma“ genannt. 1965 übernahm er im Auftrag der deutschen Bischöfe die bundesweite Sinti-Seelsorge. Im Umfeld von St. Michael, seiner ersten Wirkungsstätte, plant die Landeshauptstadt einen Gedenk-Ort für die ermordeten Sinti und Roma. Die Kirchengemeinde möchte gerade in einer Zeit, in der über Rassismus und Menschenverachtung neu diskutiert wird, an diesen mutigen Christen erinnern.