Kolumne Gartentipp : Urbaner Urwald ist möglich

Wenn der Balkon zum Rückzugsort werden soll, knüpft man am besten an eine Vorstellung von Dschungel-Atmosphäre an. Vorhangeffekte lassen sich durch Rankpflanzen erzielen. Wilder Wein gehört zur ersten Wahl.

Blauregen dagegen ist zwar romantisch, aber mit den Jahren schwer zu bändigen. Ich habe seine knorrigen Würgestämme schon Regenrohre und Rinnen zerquetschen sehen. Zahmer verhält sich die Clematis, eine Blütenwunder. Solange ihr Wurzelbereich im Schatten steht, kommt sie auch auf Südbalkonen zurecht. Wo ganz wenig Platz zur Verfügung steht, greift man auf Einjährige zurück. Duftwicke und Schwarzäugige Susanne gehören zu meinen Favoriten. Erstaunlich, wieviel Kraft aus einem 20 Liter Kübel erwächst. Kleiner sollte man die Gefäße nicht wählen. Topfpflanzen haben es ohnehin schwerer als ihre ausgepflanzten Artgenossen sich in dem begrenzten Raum ausreichend mit Nährstoffen und Wasser zu versorgen. In Kästen und Kübeln sind die Vorräte schnell aufgebraucht. Deshalb ist das regelmäßige Gießen und Nachdüngen auf Balkonien so wichtig.