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Behandlungsfehler schuld an Amputation?: Fußballer-Anwalt wirft Klinik schweren Fehler vor

Behandlungsfehler schuld an Amputation? : Fußballer-Anwalt wirft Klinik schweren Fehler vor

Ist ein Behandlungsfehler verantwortlich dafür, dass dem jungen Fußballer Stefan Schmidt nach einem Sportunfall der rechte Unterschenkel amputiert werden musste? Sein Anwalt Marc Herbert erhebt jedenfalls schwere Vorwürfe gegen das Evangelische Krankenhaus (EVK) in Saarbrücken. Schmidt hatte während eines Fußballspiels des FC St. Arnual am 24.  Mai einen Schienbein- und Wadenbeinbruch erlitten und wurde ins EVK eingeliefert.

Herbert wirft den Ärzten nun vor, nach einer ersten Operation keine Gefäßuntersuchung gemacht zu haben, obwohl Schmidt über Taubheit im rechten Bein geklagt hatte. Schließlich musste der 23-Jährige nach Angaben des Anwalts „in einer Nacht- und Nebelaktion“ ins Klinikum Saarbrücken auf den Winterberg gebracht werden. Den Ärzten dort blieb nichts anderes übrig, als den Unterschenkel zu amputieren.

Rechtsanwalt Herbert fordert nun vom EVK, die Haftung anzuerkennen und Schmidt Schadenersatz zu leisten. Er strebe eine außergerichtliche Einigung mit dem EVK an. Wenn das Krankenhaus aber die Frist bis zum 26. Oktober verstreichen lasse, wolle er als letzten Schritt auch eine Klage nicht ausschließen. Die Stiftung Kreuznacher Diakonie, Träger des EVK, erklärte, sie werde den Fall untersuchen, und verwies auf das laufende Verfahren. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat ein „Vorermittlungsverfahren“ eingeleitet.