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Fußball: Junioren des 1. FC Saarbrücken bereit für die A-Jugend-Bundesliga

Jugendfußball : Auf der Suche nach dem „Luca 2.0“

U 19-Bundesliga-Fußballer des 1. FC Saarbrücken bereiten sich auf die neue Saison vor. 4:0-Sieg im Test gegen Pirmasenser Junioren.

Am 14. und 15. August starten nach dem coronabedingten Abbruch der Saison 2020/21 nun 21 Vereine in die neue Spielzeit der U 19-Fußball-Bundesliga Gruppe Südwest. Auch der 1. FC Saarbrücken ist in der Beletage des deutschen Kickernachwuchses mit von der Partie. „Es war schon brutal, dass den Jungs verwehrt wurde, zu zeigen was sie können“, sagt Karsten Specht, der Leiter des FCS-Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) im Rückblick auf die vergangenen Monate. „Wir mussten im Gegensatz zu anderen Vereinen als NLZ zwar nur einen Monat mit dem Training aussetzen, dennoch fehlt den Jungs ein Jahr Wettkampfpraxis.“

Trotz Corona war das Jahr für die Nachwuchsarbeit der Blau-Schwarzen durchaus erfolgreich. Zehn Spieler durften beim mittlerweile zum SC Paderborn gewechselten Cheftrainer Lukas Kwasniok mittrainieren. Luca Kerber hat dabei nicht nur den Sprung zum Drittliga-Stammspieler geschafft, wegen seiner konstant guten Leistungen hat ihn Nationaltrainer Christian Wörns auch in die DFB-Juniorenauswahl berufen. „Wir suchen jetzt quasi den Luca 2.0“, sagt Specht. „Die optimale Entwicklung der einzelnen Jungs schließt aber den sportlichen Erfolg der Mannschaft nicht aus.“

Angesichts von sieben Absteigern aus der U 19-Bundesliga wäre der Klassenverbleib für die Saarbrücker ein solcher Erfolg. Dafür arbeitet man in der Vorbereitung hart. „Als Trainer musstest du im vergangenen Jahr immer Plan A, Plan B und Plan C haben, aber am Ende ging keiner von denen auf, weil das Virus immer wieder einen Strich durch die Rechnung machte“, sagt Saarbrückens U 19-Trainer Elvir Melunovic, der selbst nach eigener Aussage „mittelschwer“ erkrankt war.

„Wir alle haben das zielgerichtete Arbeiten auf ein Pflichtspiel hin vermisst“, erklärt Melunovic. „Die Freude ist jetzt in den Augen der Spieler, aber auch des Trainerteams jeden Tag abzulesen.“

Den ersten Test, gegen die Männer des pfälzischen Verbandsligisten TuS Hohenecken, hat der FCS mit 2:3 verloren. Gegen die U 19 des FK Pirmasens war das Team im zweiten Vorbereitungsspiel die klar bessere Mannschaft, machte sich mit vielen Unsauberkeiten im Passspiel aber immer wieder selbst das Leben schwer. Bessere Gegner hätten die Unzulänglichkeiten wohl bestraft. „Training ist was anderes als Spiel. Die Wettkampfform hat gefehlt, darum wird es für alle schwer, in die Saison hineinzukommen“, sagt Melunovic. „Wir messen uns mit den besten Mannschaften dieses Jahrgangs.“

Die Aufgabe, sieben Teams hinter sich zu lassen, „wird schwierig. Ein guter Start wäre darum schon ein Vorteil“, sagt Melunovic. Beim 4:0-Erfolg über den FKP kam nach der Pause auch der einzige Neuzugang beim FCS zum Einsatz: Yannis Flausse, der vom FSV Mainz 05 zurück ins Saarland wechselte. „Angefangen hab ich bei Borussia Neunkirchen, dann war ich fünf Jahre bei der SV Elversberg – und dann kam der Anruf aus Mainz. Aber durch Corona war leider alles blöd, und jetzt habe ich entschieden, dass es für meine Entwicklung besser ist, wenn ich viel Spielpraxis habe“, so der 17-jährige Sohn des Ex-Neunkirchers Ralph Flausse.

Der Vergleich mit dem Papa nervt nur bedingt. „Wenn sein Trainer-Ich wieder rauskommt, nervt er mehr, aber er will mir ja nur helfen“, scherzt der Gesamtschüler. „Ich kann viel von ihm lernen.“
Yannis ist ein schneller Mittelstürmer, physisch präsent, gut im Abschluss. Zwar fehlte Flausse bei seinem ersten Einsatz noch die Bindung zu den Mitspielern, dennoch markierte er mit seinem ersten vernünftigen Ballkontakt das 3:0. „Ich habe mit seinem Vater bei der Borussia gespielt, so kam auch der Kontakt“, erzählt Melunovic. „Yannis hat eine gute Ausbildung. Wir müssen ihn schnell integrieren, aber ich habe große Hoffnung, dass er uns vorne weiterhilft.“

Weiterhelfen könnte sicher auch Frederik Recktenwald, der die Vorbereitung allerdings mit der Drittliga-Mannschaft und dem neuen Cheftrainer Uwe Koschinat bestreitet. „Natürlich wäre er eine Verstärkung in der U 19“, sagt NLZ-Leiter Specht, „aber wenn Freddi es in die 3. Liga schafft, würde ich auch eine Flasche Sekt aufmachen.“ Die dürfte beim Erreichen des Saisonzieles in der Bundesliga aber ohnehin dran glauben müssen.