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Hier wird die Faasenacht gefeiert
Fröhliche Tänze und flotte Sketche

Unser Bild zeigt die Jugendgarde der Kneisjer in Aktion.
Unser Bild zeigt die Jugendgarde der Kneisjer in Aktion. FOTO: Thomas Seeber
Bildstock/Friedrichsthal. Die Kneisjer vom Hoferkopp reisten diesmal rasant durchs Disneyland.

Zwar sind die Kneisjer vom Hoferkopp in Bildstock heimisch, gefeiert wird dennoch in Friedrichsthal. Dementsprechend prangt ein Ortsschild neben der Bühne, auf dem der Name des größeren Stadtteils provokant durchgestrichen ist. Genauso frech und einfallsreich präsentieren sich bei der Kostümsitzung in der Bismarckhalle auch die Aufführungen der Sketchgruppe. In einer nachgestellten Gruppentherapie reagiert Patientin Heike panisch auf Wiederholungen, Vera fürchtet sich vor peinlichen Pausen, Olivia bellt bei Phobien anderer Leute, Carsten hat Angst vor Entschuldigungen und Gesprächsleiter Michael fürchtet den Begriff „Aaah!“. Wohin das alles führt? Ins närrische Chaos natürlich.


Sehr kreativ auch der Sketch „Im Kino“. Dort wird ein ganz normaler Samstagabend in einem Lichtspieltheater dargestellt, inklusive aller Irrungen und Wirrungen bei der Sitzplatzsuche – aufstehen, hinsetzen, aufstehen, hinsetzen. Ein weibliches Pärchen muss sich auseinandersetzen, möchte aber trotzdem nicht auf Liebkosungen verzichten. So kommt es zu lustigen Verwicklungen, als man nach Art von „Stiller Post“ Küsse, Kopfkuschler oder Kniestreichler weitergibt.

Gemäß dem Motto „Nimm mich bei der Hand... mit den Kneisjern durchs Disneyland“ sind die Wände mit Motiven aus den bekannten Filmen geschmückt. So zieren Arielle, Dory, Dumbo oder Coco die voll besetzte Sporthalle. Übrigens waren die Termine der Kostümsitzungen bereits nach 30 Minuten ausverkauft, wie Vroni Längler, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, mitteilt. Das liegt aber sicher nicht nur an der Qualität der Sketche, auch alle weiteren Auftritte wissen zu überzeugen.

Lara Klein beispielsweise ist nur „klein“ im Namen – als Tanzmariechen im zart pinken Glitzerkostüm trumpft sie groß auf. Jede Rolle auf dem Boden, jedes „Hoch das Bein“, jeder Radschlag sitzt auf den Punkt. Ihren Auftritt beendet sie professionell mit einem Spagat. Auch die Juniorengarde überzeugt mit ihrer Choreografie. Als sieben Zwerge mit schwarz-rotem Hemd und Zipfelmütze verkleidet geben sie zu Ottos „Zwergen-Lied“ alles. Sehr schön auch die Optik, wenn sie zur Musik aus „Amelie“ im Dunkeln nur mit kleinen Leuchten am Arm Pirouetten drehen.

 Als freche Früchtchen und nervige Geschwister betreten Lia Weil und Alina Metz die Bütt. „Du machst so groß und so vermessen“, sagt Lia. Alina kontert: „Du bisch wie e Schneck, so schnell.“ Bezeichnen sie sich vorab noch als doofe Nuss oder Nachtgespenst stellen sie am Ende ihrer Reime immer wieder gemeinsam fest: „Ach ja, was haben wir uns so lieb.“



Die Kneisjer feiern mit weiteren Auftritten der Garden, lockeren Plaudereien in der Bütt und musikalischen Einlagen, etwa von den „Heiseren Kneisjern“ bis in den späten Abend. Dabei steht Markus Euler kurzfristig Florian Giese zur Seite. Denn eigentlich sollte Sitzungspräsident Andreas Theil mitsingen. Doch der hatte Männergrippe, was ein spöttisches „Ooooh“ seitens des Publikums nach sich zieht.

(bo)