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Fritz Lagaly ist ein guter Geist des FV Bischmisheim

Daheim im Verein : Ein „Rehbock“ mit Leib und Seele

Fritz Lagaly ist nicht nur Organisationsleiter, sondern auch so etwas wie ein guter Geist des Fußballvereins Bischmisheim.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge spazierte Fritz Lagaly am Silvestermorgen über den Sportplatz in Bischmisheim. „Normalerweise feiern wir an Silvester hier immer mit 400 Leuten. Aus der ganzen Umgebung kommen die Menschen, und es geht vormittags schon los“, sagt er etwas betrübt. Wenn man ihn allerdings darauf anspricht, was der Fußballverein Bischmisheim im zurückliegenden Jahr so alles gemacht hat, dann strahlt er. „Es war wirklich viel. Wir haben ein neues Flutlicht, wir haben das Clubheim renoviert, und wir haben jetzt fünf Container neben dem Clubheim stehen“, sagt der 67-Jährige.

Bei allem, was es bei den Rehböcken zu arbeiten gibt, ist Fritz Lagaly am Start. Er ist Organisationsleiter für das Clubheim und für Feste des Vereins. Als im Jahr 2004 aus dem ehemaligen Braschenplatz ein Kunstrasenplatz wurde, war Fritz Lagaly Bauleiter und Baggerfahrer. Seit 16 Jahren leitet er zudem das Clubheim des Vereins, dessen Wappentier ein Rehbock ist. „Wir hatten das Clubheim zwischendurch mal an Fremde verpachtet. Das bringt nichts. So wie es jetzt ist es für den Verein die beste Lösung“, sagt er.

Der FV Bischmisheim ist sein größtes Hobby. Er ist so gut wie jeden Tag auf dem Platz, schaut nach dem Rechten und hat immer etwas zu tun. Aktuell kümmert er sich um den Innenausbau der Container, hat Türen und Fenster gesetzt, Trennwände eingezogen und Schränke für Bälle sowie Trainingsmaterialien besorgt. In den Containern entstehen Geräteräume, Räume für Jugend und Aktive und ein Besprechungszimmer. „Dass die Container überhaupt hier stehen, haben wir auch Fritz zu verdanken. Ein offizielles Angebot lag bei 50 000 Euro für fünf neue Container. Über die Beziehungen von Fritz sind wir an ausgemusterte Container gekommen. Die haben nur 10 000 Euro gekostet, und die bringen wir jetzt auf Vordermann“, sagt Gisbert Schmeer, der erste Vorsitzende des Vereins.

Genau genommen ist Fritz Lagaly Brebacher, da sein Haus gerade noch auf Brebacher Grund steht. Doch da stimmt die gute Seele des FV Bischmisheim nicht zu: „Ich sage immer, ich wohne im ersten Haus von Bischmisheim. Ich fühle mich als Bischmisheimer, und das wird sich nie ändern.“

In den 1970er-Jahren war er aktiver Fußballer bei den Rehböcken. Danach wurde er zum Paradebeispiel, wie man sich nach der Spielerkarriere in einen Verein einbringen kann. Der ehemalige Leiter der Werksfeuerwehr von Halberg Guss war in Bischmisheim schon 20 Jahre lang Trainer der Frauenmannschaft und ist damit immer noch Rekordtrainer bei den Bischmisheimer Aktiven-Mannschaften. „So ein Verein wird irgendwann zur Herzensangelegenheit, und dann bleibt man dabei. Natürlich macht mir das alles auch großen Spaß, und wir haben ein tolles Team im Vorstand und im Verein“, sagt Fritz Lagaly. Damit meint der 67-Jährige auch die jüngere Generation.

Er leitet überdies die Rentnertruppe, die immer ein Auge auf das Vereinsgelände hat und sich um alles kümmert. „Wenn manche Arbeiten für uns zu schwer geworden sind, rufen wir jüngere Mitglieder an, und die kommen dann und helfen. Das klappt wirklich hervorragend.“

In den ersten Wochen des neuen Jahres wird er weiter am Innenausbau der Container arbeiten. Und danach? „Dann kommt unsere neue Waschküche dran. Dort war bislang immer der Geräteraum. Die Waschküche war in einem Nebenraum des Clubheims. Wir krempeln zurzeit ziemlich viel um, und wir werden mit Sicherheit noch lange viel zu arbeiten haben“, sagt der Rehbock mit Leib und Seele.