Friedrichsthalerin erhält für Afrika-Projekt Trikotspende des FC Bayern

Kostenpflichtiger Inhalt: Serie Menschen im Regionalverband : Hoeneß-Post erfreut in Friedrichsthal

Präsident des FC Bayern kümmerte sich selbst darum, dass ein Trikotpaket Adressatin Gudrun-Maria Urig erreichte.

Auf diesen Anruf warteten Tausende Fußballer vergebens. „Hallo, hier ist der Uli Hoeneß“, tönte es vor wenigen Wochen aus Gudrun-Maria Urigs Telefon. „Ich dachte zuerst, da will mich jemand auf den Arm nehmen“, erzählt die Friedrichsthalerin, „aber er sagte, ich solle mich beruhigen. Und ich habe doch die Stimme erkannt.“

Gudrun-Maria Urig engagiert sich seit etwa 13 Jahren für ein privates Hilfprojekt in Uganda. Erst allein, dann mit der Familie und mittlerweile mit etlichen Helfern. Zweimal im Jahr ist sie dort. „Anfangs nahmen wir vor allem Sachspenden wie Kleidung oder Schuhe mit“, erzählt die Ehrenamtlerin, „aber wenn wir über die Dörfer fuhren, kam immer wieder die Frage: Do you have food? – Haben Sie Nahrung?“

Also passte Urig die Hilfe dem Bedarf an. Während des einwöchigen Aufenthalts belädt sie täglich einen Jeep mit Lebensmitteln, welche die Helfer in den Dörfern verteilen. „Diese ehrliche Dankbarkeit, die Freude in den Augen der Kinder. Allein das ist die Mühe wert“, sagt Urig. Sie trägt einen goldenen Anhänger in Form des afrikanischen Kontinents an ihrer Kette. „Einmal brachten wir Nahrung zu einem Waisenhaus. Aber sie konnten sie nicht zubereiten, weil der Herd kaputt war. So haben wir dafür auch noch 300 Euro organisiert.“

Über Spenden, die Teilnahme an Weihnachts- und Flohmärkten oder die Organisation von Wild-Essen versucht sie, Geld in die Kasse zu bekommen. „Die Berichterstattung in der Saarbrücker Zeitung hat uns da sehr geholfen“, sagt Urig, die seit 46 Jahren Fan des FC Bayern München ist. „So kam ich auf die Idee, Uli Hoeneß zu schreiben. Für sein großes Herz ist er ja bekannt.“

Die SZ-Artikel hatte sie beigelegt, der Anruf kam überraschend. „Damit hatte ich nicht gerechnet. Er sagte, wie toll er unsere Aktion findet und dass ihm besonders gefallen hat, dass ich nicht um Geld gebeten habe, sondern um Sachspenden“, sagt Urig. „Er versprach, mir etwas zu schicken, und verabschiedete sich zum Flieger nach London.“

Mittwochs stand dann das Paket aus der Bayern-Geschäftsstelle an der Säbener Straße vor der Tür. „Es waren einige Trainingssachen drin und die handsignierten Trikots von Levandovski, Coutinho und Gnabry.“ Doch nun stehen Urig und ihre Mitstreiter vor einer schwierigen Entscheidung. Schließlich würde ein Verkauf der Trikots richtig viel Geld für die gute Sache einbringen, andererseits war das so mit dem Spender nicht abgesprochen.

Uli Hoeneß ist noch bis November Präsident des FC Bayern. Foto: dpa/Sven Hoppe

„Wir haben richtig hohe Gebote für die Trikots“, erzählt Urig, „das ist mehr Geld, als die Nahrung für eine ganze Woche kostet. Ich werde mit Herrn Hoeneß noch mal Kontakt aufnehmen.“ Ein Dankespaket mit saarländischen Spezialitäten ist ohnehin schon auf dem Weg nach Bayern. „Selbst bezahlt“, wie Urig betont, denn jeder Cent soll eins zu eins in die gute Sache fließen – auch der Erlös des vielleicht unerwartetsten Anruf ihres Lebens: „Diese Menschlichkeit hat mich einfach umgehauen. Uli Hoeneß hat sich die Zeit genommen, sich mit der Sache beschäftigt und persönlich angerufen. Das zeigt seine herausragende Herzenswärme.“

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