| 20:44 Uhr

Kontra Raser
Zwei Fliegen mit einer Klappe

Friedrichsthal. Grünen-Fraktion und SPD Bildstock wollen Fahrer bremsen. Auch um Lärm zu senken.

Mehr als 8700 Fahrer, die zu schnell unterwegs waren, sind im Stadtgebiet mithilfe von stationären Blitzern überführt worden.  Einer davon steht in der 50er-Zone in der Illinger Straße und der andere in der Neunkircher Straße in Bildstock. Hier gilt zeitlich eingeschränkt Tempo 30 wegen der nahen Hoferkopfschule.


Wie es aus dem Rathaus heißt,  liegen zurzeit Anträge auf Errichtung von stationären Messanlagen von Bürgern und Fraktionen vor. Sollte der verabschiedete Lärmaktionsplan umgesetzt werden, so seien die eingerichteten 30-km/h-Teilstrecken zu überwachen. Die Geschwindigkeitsüberwachung könne dann aber nicht mit stationären Messanlagen erfolgen. Hier wäre es dann sinnvoll, wenn ein mobiles Messgerät zum Einsatz käme, so die Verwaltung.

Ein entsprechender Antrag kommt von Dr. Horst-Henning Jank (Stadtratsfraktion von Bündnis90/die Grünen). Darin fordert die Fraktion die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit in hoch belasteten Bereichen der Hauptverkehrsstraßen. Des Weiteren fordern die Grünen die „Prüfung der Einsatzmöglichkeiten eines beweglichen Geschwindigkeitsmessgeräts“. In der Begründung des Antrags schreibt Dr. Jank: „Die genannten Bereiche weisen eine hohe Einwohnerdichte und eine Lärmbelastung von über 70 Dezibel (A) bzw. von über 65 Dezibel (A) im Fall der Saarbrücker Straße in Bildstock auf. Eine Vielzahl von Wohngebäuden ist dort Pegelwerten von über 67 dB(A) ausgesetzt. Es handelt sich laut Lärmschutzaktionsplan  um so genannte Hotspots.“



Wie aus Bericht zum Lärmaktionsplan hervorgehe, leiden viele Anwohnerinnen und Anwohner der Friedrichsthaler Hauptverkehrsstraßen unter einer hohen Lärmbelastung – das heißt von mehr als 67 dB(A) tagsüber und mehr als 57 dB(A) nachts. Sie sind damit Lärmpegeln ausgesetzt, die gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen, wie es die Grünen formulieren.

Im Lärmaktionsplan – und in dessen Fortschreibung - würden zuvorderst Geschwindigkeitsbeschränkungen als effektive Maßnahme zur Reduzierung der Lärmbelästigung empfohlen. Auch aus der Stellungnahme des Landesbetriebs für Straßenbau zum vorliegenden Lärmaktionsplan gehe hervor, dass die Einführung eines Tempolimits auch die geltenden Anforderungen für eine Genehmigung erfüllen. Demnach würden „durch die Geschwindigkeitsreduzierung die Pegelwerte um mindestens drei dB(A) gesenkt werden“.

Für eine solche Maßnahme sprächen auch Sicherheitsaspekte: Mit Tempo 30 würde Fußgängern ein gefahrloseres Überqueren der Fahrbahn ermöglicht. Nicht zuletzt versprechen sich die Grünen nach eigenen Angaben aus dem Antrag „von der Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit eine Verbesserung der Lebensqualität in den Ortszentren“. In diesem Zusammenhang sei auch an die lärmbedingte Minderung der Immobilienpreise erinnert.

Einen anderen Vorschlag bringt die Bildstocker SPD in die Diskussion um Geschwindigkeitsreduzierung oder die Einhaltung des geltenden Tempos ein:  Die Partei spricht sich nach eigenen Angaben „für eine Aufstellung von Geschwindigkeitsanzeigern in den hauptsächlich betroffenen Straßen aus“. Diese dienten dazu, Fahrer mittels einer großen Anzeigetafel auf die gemessene Geschwindigkeit hinzuweisen und ihnen  ihre gegebenenfalls zu hohe Geschwindigkeit vor Augen zu führen.  Die Anzeigentafeln seien in unterschiedlichen Ausführungen im Handel. In Frankreich sind die Anzeigetafeln bereits breit gefächert seit einigen Jahren installiert. Als schnelle Reaktion zur Reduzierung der Geschwindigkeit ist die SPD Bildstock dafür, mehrere solcher stationären Anzeigetafeln in der Stadt Friedrichsthal aufzustellen, wie es abschließend in einer Pressemitteilung heißt.

(thf)