Was geschieht bloß mit diesem Bahnhof?

Was geschieht bloß mit diesem Bahnhof?

Vor rund zwei Jahren hat die Deutsche Bahn das Friedrichsthaler Bahnhofsgebäude veräußert. Wer es heute aufsucht, darf sich wahlweise gruseln oder ekeln. Denn dort sieht es einfach schrecklich aus.

So sieht es in einem Trakt im Erdgeschoss aus.
Der bauliche Verfall ist offenkundig.
Sehr unappetitlich, weil verschmiert und verdreckt, präsentiert sich der Durchgang zu den Gleisen. Foto: Quast. Foto: Quast

Zur Tristesse nass-kalter Wintertage passt ein Bauwerk in unserer Region wie die Faust aufs Auge: das Bahnhofsgebäude in Friedrichsthal . SZ-Ortstermin diese Woche mit Uwe Quast, dem als Bürger der Stadt nicht nur die grausige Optik nahegeht. Etliche Fotos, die den Zerfall des einstmals stolzen, mehr als 100 Jahre alten Hauses dokumentieren, hat der Diplom-Sozialarbeiter der SZ überlassen. Uwe Quast befürchtet, dass das vernachlässigte Gebäude mehr und mehr zu einer Gefahr für Leib und Leben wird: ,,Die Bilder belegen freigelegte und verrostete Stahlträger im Durchgang und die nicht mehr vorhandene Deckenverkleidung und Deckensicherung direkt im Anschluss an die Treppe. In der ehemaligen Gepäckaufbewahrung liegt Schutt auf dem Boden, es regnet in das Gebäude, das Dach ist völlig löchrig." Uwe Quast meint, es sollte hier eine Prüfung von Fachleuten vorgenommen werden - in Bezug auf die sichere Begehbarkeit des Hauses und den Zugang zum Bahnsteig.

Mit seinem Anliegen hat sich der SZ-Leser auch an die Stadtverwaltung gewandt. Und nicht lange auf eine Antwort warten müssen. Roman Kühn, Fachbereichsleiter der Abteilung Bürgerdienste, erinnert in seinem Schreiben daran, dass sich das Bahnhofsgebäude mittlerweile in privatem Besitz befindet. Ende 2012 wurde es für 2000 Euro veräußert (SZ vom 27. März 2014). Seither ist hier nichts, aber auch gar nichts geschehen. Selbst in die eigentlich abgeriegelten Räumlichkeiten kann man unbefugt eindringen, weil dünne Pressholzplatten, die zumindest an einer Stelle durchbrochen wurden, kein Hindernis darstellen.

In der Vergangenheit, erklärt Roman Kühn, sei der Besitzer mehrfach bereits aufgefordert worden, Gefahrenstellen zu beseitigen: ,,Dieser Aufforderung kam der Besitzer auch nach."

Die neuesten Schäden habe man dem Eigentümer in Telefonaten am 11. und 19. Dezember mitgeteilt. Der Mann habe sich seinerzeit auf einer Auslandsreise befunden, sich aber darum kümmern wollen. Dass sich das Gebäude in einem trostlosen Zustand befindet, darin stimmt Kühn mit Uwe Quast überein, ,,eine konkrete Gefahr nach dem Saarländischen Polizeigesetz " habe er als Vertreter der Stadtverwaltung nach einem Ortstermin jedoch nicht feststellen können. Noch für diesen Monat will Kühn mit der Unteren Bauaufsichtsbehörde, dem Regionalverband Saarbrücken und dem Eigentümer einen Ortstermin herbeiführen.

Die SZ bleibt am Ball.