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Sicher in Berlin
Gerettetes Spatzenjunges ist jetzt in Berlin

Wasser gab es aus einer Injektionsspritze.
Wasser gab es aus einer Injektionsspritze. FOTO: BeckerBredel
Bildstock. Als Richard Diersch im August einen kleinen Spatz fand, ging die Geschichte vom kleinen Vogel und seinem Ziehvater durch alle Medien. „Diese beiden sind ein Herz und eine Seele“, titelte unsere Zeitung und begleitete die beiden bei einer Fütterung.

Selbst unter freiem Himmel saß der Piepmatz auf der Schulter von Richard Diersch und machte keinerlei Anstalten, davonzufliegen. Gerne saß der gefiederte Nachwuchs neben Dierschs Ohr. Der pensionierte Metzger hatte den Vogel, dem er keinen Namen gegeben hatte, in der Garage gefunden. Da war das Tier noch nackt. Mit Haferflocken und Mehlwürmern päppelte er ihn auf, Wasser gab es aus einer Injektionsspritze. Durch die Medienberichte meldeten sich bei Familie Diersch viele Neugierige, aber auch einige besorgte Tierschützer. „Eine Frau aus Sulzbach machte mir Vorwürfe, ich würde den Spatz falsch füttern und ihn nicht ausreichend auf das Leben in Freiheit vorbereiten“, sagt er. So ließ sich Diersch schließlich überreden, den Spatz Tierschützern zu überlassen. Die hätten ihn zu einer Aufzuchtstation nach Berlin gebracht, wo er irgendwann ausgewildert werden soll. „Aber ich habe bis heute nichts mehr von ihm gehört“, sagt Diersch jetzt nicht ohne Wehmut. „Meine Frau wirft mir auch vor, ihn zu leicht aus der Hand gegeben zu haben.“ Aber insgesamt habe er nur das Ziel gehabt, dem Vogel wieder ein freies Leben möglich zu machen. Auf die Expertise der Tierschützer könne er nur hoffen.


(bub)