| 21:46 Uhr

Keine Wiederholung!
Veranstalter entschuldigt sich bei Lärmopfern

Lärm in Friedrichsthal durch Veranstaltung und Verkehr: Der Veranstalter entschuldigt sich (Symbolbild):
Lärm in Friedrichsthal durch Veranstaltung und Verkehr: Der Veranstalter entschuldigt sich (Symbolbild): FOTO: dpa / Friso Gentsch
Friedrichsthal. Während der Friedrichsthaler Stadtratssitzung waren wegen des Lärms beim Pfingstkonzert in Reden auch Veranstaltervertreter da. Sie bedauerten den für Anwohner störenden Autoverkehr. Diesen hätten sie aber nicht zu verantworten. Von Thomas Feilen

Wie bereits mehrfach berichtet, ging es in der jüngsten Stadtratssitzung vor allem um Beschwerden von Anwohnern wegen Lärmbelästigung – ausgelöst vom Konzert über Pfingsten auf der Bergehalde Reden. Rat und Verwaltung räumten dazu den Vertretern von Alm Event Gastro GmbH, Tom Schwarz und Guido Geiger, Rederecht ein, wie die Verwaltung bestätigte. Es sei von den Veranstaltern ausgeführt worden, dass die Bühne, genau wie in den Vorjahren auch gestanden habe. Bis zum SZ-Bericht vom 30. Mai sei ihnen über die nun geschilderten Probleme nichts bekannt gewesen. Einzig aufgrund einer vom Ordnungsamt in Schiffweiler durchgeführten Lärmmessung in Bildstock sei es zu der Feststellung gekommen, dass der Pegel überschritten war. Daraufhin sei die Beschallung „sofort“ reduziert worden. Schwarz und Geiger nannten den herrschenden Ostwind als Ursache dafür, dass die Friedrichsthaler Stadtteile derart beschallt worden seien. Sie bedauerten dies sehr und wollten nach technischen Möglichkeiten der Abhilfe suchen. Die Sperrung der Straße zwischen Bildstock und Landsweiler-Reden sei von der Polizeiinspektion Illingen und der Schiffweiler Ortspolizeibehörde auf Kosten der Veranstalter veranlasst, diese hätten erfolglos dagegen votiert. Die dadurch ausgelösten Verkehrsprobleme im Bereich Bildstock bedauerten die Veranstalter während der Sitzung, sie hätten diese jedoch nicht zu verantworten.


Für die Räte begründete Jürgen Trenz, Vorsitzender der Fraktion Die Linke, den gemeinsamen Antrag an die Verwaltung. Er verwies, darauf, dass seinen Kollegen und ihm selbst zahlreiche Beschwerden von Bürgern aus dem gesamten Stadtgebiet bekannt seien. Dass die Menschen sich nicht in erster Linie an Stadtverwaltung oder Polizei gewandt hätten, sondern an die Kommunalpolitiker („gleich welcher Couleur“, so Trenz), sei ein klares Zeichne von „gelebter Demokratie“. Der Rat sei keine Spaßbremse, aber diese Art Lärm- und Verkehrsbelästigung dürfte sich unter gar keinen Umständen wiederholen.

Für die SPD nahm auf SZ-Nachfrage Jörn Walter, Fraktionsvorsitzender, nach der Sitzung Stellung. Er teilte unter anderem mit: „Der Antrag soll den Betreibern verständlich machen, dass wir als Stadt das Einhalten von Grenzwerten für solch eine Veranstaltung als eine Pflicht ansehen. Die Sperrung der Landstraße ohne Umleitung des Verkehrs war nicht optimal gelöst und sorgte für extremes Verkehrschaos.“ Die Anwesenheit von Bürgern und Redebeiträge während der Sitzung hätten die Problematik verdeutlicht.

Ganz konkret ging Daniel Jung, Vorsitzender der CDU-Fraktion, gegenüber der SZ auf die Inhalte von Bürgerbeschwerden ein. So habe man ihm Folgendes nähergebracht: „Dauerbeschallung über das gesamte Pfingstwochenende; viel zu laut; in der ganzen Stadt, vor allem in den benachbarten Wohngebieten den ganzen Tag hörbar, als wäre es direkt nebenan; rücksichtsloser Lärmterror für die Anwohner; keine Aktivitäten draußen/im Garten möglich, auch ab 22 Uhr bis nach Mitternacht unvermindert laut; bei der Gartenparty beim Nachbarn wäre die Polizei gekommen,“ so einige Kommentare. Nach Jungs Worten ist die CDU dafür, dass „die beliebten Konzerte weiter stattfinden, aber es muss sichergestellt sein, dass die Lärm- und Verkehrsbeeinträchtigungen vom Pfingstwochenende“ sich nicht wiederholten.

Für die Grünen-Fraktion fasste Dr. Horst-Henning Jank die Beratungen im Rat zusammen. Gegenüber der SZ meinte er: „Was die Lärmemissionen – also Lautstärke und Bühnenstandort – angeht, sei wohl alles wie in den Vorjahren gewesen. Vor allem wegen ungünstiger Windverhältnisse seien Bildstock, Friedrichsthal und weitere Gemeinden dieses Jahr so intensiv beschallt worden. Nun ist so ein Stadtrat nicht immer eine Spaßbremse – und niemand hat verlangt, dass dort droben nur noch Liedermacher zur Akustikgitarre vortragen dürfen. Vereinbart wurde, dass es künftig bessere Absprachen geben solle. Insbesondere hupende nächtliche Autokorsos gelte es, künftig durch bessere Verkehrsplanung zu vermeiden. Und so bleibt die begründete Hoffnung, dass man den Leuten auf der Alm weiterhin ihren Spaß gönnt - und dass man dort bei Bedarf die Regler auch mal runter dreht.“



Die FDP-Stadträtin Nadine Klein meinte gegenüber der SZ: Dass Herr Geiger und Herr Schwarz sich so spontan Zeit nahmen, um Stellung im Rat zu beziehen, begrüße ich sehr. Das zeigt meiner Meinung nach die Bereitschaft, eventuell für die kommenden Veranstaltungen im nächsten Jahr Verbesserungsmöglichkeiten zu finden. Ich hatte den Eindruck, dass die Veranstalter sehr bemüht sind, Abhilfe im Sinne der Anliegen der Bürger unserer Stadt in Bezug auf die Lärmbelästigung zu schaffen. Ich würde mich sehr freuen, wenn dieses hervorragende Event in der Nachbargemeinde weiterhin Bestand hätte.“

Schließlich beauftragte der Stadtrat mit sehr großer Mehrheit die Verwaltung, bei dem Veranstalter und den beteiligten Behörden schriftlich Kritik an der aufgetretenen Belastung durch Lärm und Verkehr einzulegen und sich bei der Nachbetrachtung wie auch bei der Vorplanung der nächsten Veranstaltung aktiv dafür einzusetzen, dass sich die unzumutbaren Belästigungen durch Lärm und Verkehr nicht wiederholen werden.