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Wasserball-Turnier in Friedrichsthal
Kilometer-Fresser suchen einen Gegner

Nick Bärtschi vom SV Friedrichsthal (mit Ball) will den Ball im Spiel der Zwischenrunde des Alois-Uder-Pokals auf das Tor des SV 08 Saarbrücken werfen. Die Gastgeber gewannen die Partie im Friedrichsthaler Hallenbad mit 9:2 – und am Ende auch ihr eigenes Turnier.
Nick Bärtschi vom SV Friedrichsthal (mit Ball) will den Ball im Spiel der Zwischenrunde des Alois-Uder-Pokals auf das Tor des SV 08 Saarbrücken werfen. Die Gastgeber gewannen die Partie im Friedrichsthaler Hallenbad mit 9:2 – und am Ende auch ihr eigenes Turnier. FOTO: Peter Franz
Friedrichsthal. Der SV Friedrichsthal hat sein eigenes Wasserball-Turnier gewonnen. Die Sportart kämpft mit Problemen. Beckenzeiten und Gegner sind rar. Von Lucas Jost

„Mannschaften zu finden ist schon nicht so einfach. Die meisten haben wir nur kennengelernt, weil wir mal weit gefahren sind.“ Das erklärt der Vorsitzende Jochen Donnevert. An der zweiten Auflage des Alois-Uder-Pokals seines Vereins SV Friedrichstahl haben neun Mannschaften teilgenommen. Nach dem SV 08 Saarbrücken hatte der Kaiserslauterer SK den kürzesten Fahrtweg zu dem Wasserball-Turnier im Friedrichsthaler Hallenbad. Weiter war die Anreise für den SC Thionvillois aus Frankreich, den PSV Stuttgart oder die Wasserfreunde Gemmingen, die teilweise mehr als 200 Kilometer mit dem Auto zurücklegen mussten.


Die Kollegialität und Freundschaft zwischen den Vereinen ist gut – sie übernachten und feiern gemeinsam vor Ort. Aber es gibt Probleme, mit denen sich die saarländischen Wasserball-Clubs konfrontiert sehen. Regelmäßig zu spüren bekommt das zum Beispiel der SV 08 Saarbrücken. „Ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen“, lautete zwar das Fazit von Trainer Andreas Sausen, nachdem seine Mannschaft durch den 6:3-Sieg in ihrer letzten Partie gegen Titelverteidiger WSV Ludwigshafen den fünften Platz beim Friedrichsthaler Turnier belegte. Aber gerade für junge Spieler seien Testmöglichkeiten wie der Alois-Uder-Pokal rar.

„Wir haben den Neuaufbau vor zwei Jahren begonnen. Aktuell haben wir 16 bis 18 Jugendliche im Training, männlich und weiblich. Wir müssen 100 Kilometer weit nach Luxemburg fahren, um eine Jugendmannschaft zu finden, gegen die wir sinnvoll spielen können. Das ist das erste Problem“, berichtet Sausen. Er ergänzt: „Das andere sind die Beckenzeiten. Dank einer Kooperation mit Friedrichsthal, in der wie für beide Vereine Nachwuchs suchen, können wir dort zusätzlich samstags trainieren. In Saarbrücken können wir nur einmal pro Woche für eine Stunde trainieren.“ An eine Teilnahme in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar sei daher noch nicht zu denken. Stattdessen spielt der SV 08 Saarbrücken in der nicht so starken „Grenzlandrunde“ gegen Mannschaften aus Trier, Luxemburg und Frankreich.



Der SV Friedrichsthal ist Oberliga-Vizemeister. Das eigene Turnier sei auch ein Teil der Vorbereitung auf die Saison, die nach den Herbstferien beginnt. Und für die Gastgeber verlief der Alois-Uder-Pokal erfolgreich. „Das war einfach nur grandios“, erklärte SV-Spieler Lukas Mathieu, nachdem seine Mannschaft den Kaiserslauterer SK im Halbfinale mit 9:4 besiegt und damit Revanche für die Niederlage im vergangenen Jahr genommen hatte. Während der SV Friedrichsthal II Achter wurde, konnte die erste Mannschaft der Gastgeber im Endspiel den SC Thionvillois aus der 3. französischen Liga mit 6:4 besiegen und den Turniersieg feiern. Nach dem Erfolg in Gemmingen war er der zweite Turniersieg in Serie.

Halbfinale: SV Friedrichsthal – Kaiserslauterer SK 9:4, SC Thionvillois – PSV Stuttgart 5:4. Spiel um Platz 3: Kaiserslauterer SK – PSV Stuttgart 8:6. Endspiel: SV Friedrichsthal – SC Thionvillois 6:4.