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Weg am Saufangweiher: Streit um die Überreste von Waldarbeiten

Weg am Saufangweiher : Streit um die Überreste von Waldarbeiten

Hundehalter beschweren sich erneut über Geäst auf den Wegen am Saufangweiher. Förster weisen die Kritik zurück.

Sind es Äste, die den Wanderern das Leben schwer machen, oder ist es ökologisch sinnvolles „Feinreisig“, das dem Wald Nährstoffe zurückgeben soll. Darüber streiten sich Wanderer und Förster im Waldgebiet rund um den Saufangweiher. Dort liegen seit vielen Wochen Äste quer über den Wegen, schon im Mai kritisierte SZ-Leser Helmut Mertel die Zustände. Der 67-Jährige ist oft mit seinem Hund in diesem Waldstück unterwegs, den Verbindungsweg zwischen Grühlingstraße und Weiherparkplatz kann er aber kaum noch nutzen. Hunderte querliegender Äste machen den Weg zur Stolperfalle, kritisierte er (die SZ berichtete).

Saarforst-Sprecherin Ingrid Schmidel bat im Mai um „etwas Geduld“. Im Wald werde gearbeitet, danach werde man die Wege wieder vom Geäst befreien. Mertel nahm das mal so hin. Und auch Jürgen Trenz (Linke-Fraktionschef im Stadtrat) akzeptierte die Aussage des Forstes, nachdem er sich im Wald die Situation angesehen hatte.

Jetzt haben wir Ende Juli. Geändert hat sich wenig. Lediglich die Antwort des Saarforst-Landesbetriebs fällt anders aus. Nach erneuten Leserbeschwerden haben wir den Forst wieder um eine Stellungnahme gebeten. Lars Kreinbiehl, Revierleiter im Waldgebiet des Saufangweihers, antwortete schnell: „Das Geäst auf den Forstwirtschaftswegen wurde restlos entfernt. Das Feinreisig, das jetzt noch um den Saufangweiher herumliegt, liegt auf Rückegassen, die keine ausgewiesenen Wanderwege sind.“ Diese würden daher auch nicht freigeräumt, obwohl der Forst wisse, dass Rückegassen mitunter „Trampelpfade der Bevölkerung“ seien. Das ganze, so Kreinbiehl, hat einen Grund: „Wenn Bäume gefällt werden, bleibt Feinreisig übrig, das sind die kleinen Äste des Baumes. Alles was kleiner als 10 Zentimeter im Stammumfang ist, bleibt liegen, um dem Wald nicht unnötig Nährstoffe zu entziehen. Viele kleine Äste haben eine größere Oberfläche als ein großer Stamm. In der Rinde stecken dabei die meisten Nährstoffe. Aus diesem Grund hat das Saarland als einziges Bundesland die Grenze dessen, was man als Feinreisig definiert, von 7 auf 10 Zentimeter angehoben. Das Geäst in den Rückegassen hat also ökologische Bedeutung.“

Und das bedeutet schlussendlich, dass der Zustand der Wege am Saufangweiher aktuell so bleiben wird, wie er sich darstellt oder sich neue „Trampelpfade“ gebildet haben. Für den Saarforst ist die Arbeit abgeschlossen.