Schwupps – weg ist der Linienbus

Als kundenunfreundlich empfindet SZ-Leser-Reporter Josef Wolter aus Friedrichsthal die Umsteige-Situation am Marktplatz. Er bezieht seine Kritik auf die Buslinien 104 der Saarbahn und die Linie 309 der NVG. Die Neunkircher Verkehrs GmbH hat auf seine Beschwerde hin Veränderungen angedeutet.

Wenn Josef Wolter, der in der Rosenstraße wohnt, von Saarbrücken nach Hause fahren will, nimmt er gern die Linie 104 durchs Sulzbachtal. Diese kommt zur vollen und zur halben Stunde am Markt, seiner Umsteigestation, an. Just in Minute 28 (also kurz vorher) fährt dort aber der NVG-Bus 309 nach Neunkirchen über Bildstock ab - ihm also vor der Nase weg. Den würde er allerdings gerne nehmen, um nah an sein Haus zu gelangen. Wegen dieser zwei Minuten muss er aber den 309er sausen lassen. Kann man das im Sinne auch all der anderen Fahrgäste denn nicht ändern?, fragte er die SZ. Wir gaben die Fragen an die beteiligen Unternehmen weiter.

Man kann, teilte der SZ auf Anfrage Michael Schmidt mit. Er ist Leiter Planung, Produktion, Vertrieb, Vertriebstechnik der NVG. Schmidt wörtlich: "Durch Fahrplanänderungen der Linie 104 von SaarBahn&Bus ist diese Situation wohl entstanden. Der Fahrplan der Linie 309 ist seit dem 1. März 2009 unverändert; das heißt immer ein Fahrtenangebot zur Minute 28 ab Friedrichsthal Markt über Bildstock nach Neunkirchen. Dort kommt die Linie 309 an der Haltestelle Stummdenkmal (SaarParkCenter) nach Plan zur Minute 50 aus Friedrichsthal an, dreht und fährt zur Minute 00 zurück nach Friedrichsthal . Durch diese Ankunftszeit werden in Neunkirchen alle weiteren Linien der NVG erreicht. Auch leichte Verspätungen der Linie 309 wirken sich nicht aus."

Für die Saarbahn nimmt Ulrike Reimann, Leiterin Marketing und Konzernkommunikation sowie Konzern-Pressesprecherin, Stellung: "Die Fahrplanlage der Linie 104 ist seit 2011 so, dass die Linie aus Saarbrücken zur Minute xx:00 und xx:30 in Friedrichsthal ankommt; zusätzlich zu dieser Linie 104 gab es früher noch die Linie 103, die rund eine Viertelstunde versetzt in Friedrichsthal ankam. Diese Linie fährt seit Dezember 2014 aber nicht mehr bis Friedrichsthal ."

Bleibt Josef Wolter und anderen Fahrgästen nur die Hoffnung, dass die 309 Verspätung hat und der Fahrer auf Rufen und Winken die Kunden der 104 noch aufnimmt. Nein, weiß NVGler Schmidt. Sein Unternehmen denke zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember an eine Umstellung: "Um hier eine Verbesserung in Friedrichsthal für die ÖPNV-Kunden zu erzielen, ist folgende Änderung für die 309 vorstellbar: Abfahrt in Neunkirchen am Stummdenkmal statt des merkfähigen Takts Minute 00 und 30, künftig ab 11.Dezember zur Minute 03 und 33. Dadurch erreichen die Fahrzeuge Friedrichsthal Markt zur Minute 28/58 und fahren zur Minute 31/01 weiter über Bildstock/Elversberg zurück nach Neunkirchen Ankunft Minute 53/23."

Das bedeute aber, dass die 104 keine Verspätung haben dürfe. Besser wäre es im Sinne der Kunden wie Josef Wolter, wenn "SaarBahn&Bus noch Änderungen am eigenen Fahrplan der Linie 104 vornehmen" würde, meint Schmidt.

Das geht aber nicht, wie Ulrike Reimann mitteilt: "Die Linie 104 ist in ihrem Linienverlauf an mehreren Stellen durch Zwangspunkte (Umstiege, wie Saarbrücken Rathaus und Dudweiler Dudoplatz) in ihrer Fahrplanlage gebunden und kann insbesondere auch kurzfristig nicht verschoben werden." Zudem sei die sehr lange Linie (Spiesen bis Klarenthal) wegen vieler Umsteige-Knotenpunkte an dortige Umsteigemöglichkeiten gebunden.

Der Tipp für den Artikel kam von SZ-Leser-Reporter Josef Wolter aus Friedrichsthal . Wenn Sie Interessantes zu erzählen haben, hinterlassen Sie eine Sprachnachricht unter Tel. (0681) 595 98 00, mailen Sie an leser-reporter@sol.de oder nutzen Sie das Formular: www.saarbruecker-zeitung.de/leserreporter .

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