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„Schwerer Schlag und auch Chance“

„Schwerer Schlag und auch Chance“

Zum Schuljahr 2015/2016 wird die Edith-Stein-Schule Friedrichsthal geschlossen (die SZ berichtete). Zu dem Beschluss und seinen Folgen meldeten sich jetzt SPD und CDU sowie die Grünen zu Wort.

Ab dem kommenden Schuljahr soll die Montessori-Schule in Schafbrücke in das Gebäude der Edith-Stein-Schule in Friedrichsthal umziehen. Es ist geplant, die Gemeinschaftsschule in Friedrichsthal mit der Gemeinschaftsschule im Taubenfeld Quierschied zusammenzulegen. Das bestätigen CDU und SPD in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Dies sei positiv für beide Kommunen: Friedrichsthal behalte eine weiterführende Schule und die Schule in Quierschied werde längerfristig gesichert.

Helmut Donnevert, schulpolitischer Sprecher der CDU aus Friedrichsthal , und Dr. Stephan Schmidt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD Quierschied , sagen dazu: "Wir sind froh, dass es dem Regionalverband Saarbrücken als dem zuständigen Schulträger gelungen ist, eine weiterführende Schule in Friedrichsthal zu erhalten."

Manfred Maurer aus Quierschied , Regionalverbands-Beigeordneter, sieht durch die Zusammenlegung der beiden Gemeinschaftsschulen in der Gemeinde den Schulstandort Quierschied für die Zukunft gesichert.

Damit die Friedrichsthaler Schülerinnen und Schüler zur Gemeinschaftsschule Quierschied kommen können, werde eine direkte Busverbindung eingerichtet. Diese Busverbindung habe noch einen wichtigen Nebeneffekt, denn sie könne nicht nur von den Schülerinnen und Schülern, sondern von allen Bürgern genutzt werden.

Die Zusammenführung der beiden Schulen soll möglichst so vollzogen werden, dass die Friedrichsthaler Schülerinnen und Schüler in ihrem gewohnten Klassenverband bleiben. Auch die Lehrer werden weitgehend dieselben sein, meint Maurer weiter.

Manfred Boussonville, schulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in der Regionalversammlung: "Mit dieser Lösung ist es gelungen, im Interesse der Schülerinnen und Schüler auch in Zukunft ein breit gefächertes Unterrichtsangebot zu erhalten. Darüber hinaus steht den Schülern aus der Region ab dem nächsten Schuljahr eine weitere Schule zur Wahl zur Verfügung."

Die Kooperation der gemeinsamen Oberstufe mit der Gemeinschaftsschule Sulzbach und dem Theodor-Heuss-Gymnasium bleibe erhalten.

Die Friedrichsthaler Bündnisgrünen bewerten die am vorigen Mittwoch bekannt gewordene bevorstehende Schließung der Edith-Stein-Schule als schweren Schlag für viele Friedrichsthaler Kinder und ihre Eltern. Die Partei plädiert dafür, dass die negativen Folgen für die Betroffenen möglichst abgemildert werden - und dass insbesondere Friedrichsthaler Kindern der Zugang zur neuen Montessori-Schule erleichtert wird. Dazu erklärt der Vorsitzende der Bündnisgrünen in der Stadt, Horst-Henning Jank: "Die jetzt bekannt gewordene Schließung ist für viele Friedrichsthaler ein schwerer Schlag. Sie müssen nun erheblich mehr Fahrtzeit und höhere Fahrtkosten in Kauf nehmen. Wir erwarten von den Zuständigen in der Stadt und im Regionalverband, dass alles unternommen wird, um die Folgen für die Betroffenen abzumildern. Dazu gehören zunächst möglichst günstige Busfahrpreise für die einzurichtende Linie nach Quierschied ." Zugleich stelle der Einzug der Montessori-Schule eine Chance für Friedrichsthal dar, die es zu nutzen gelte. Deren pädagogisches Konzept mit offenem Unterricht und Freiarbeit sei dafür ausgelegt, Lernprozesse und die Entwicklung der Kinder zu fördern. Jetzt müsse alles dafür getan werden, möglichst vielen Friedrichsthaler Kindern den Zugang zur Schule zu gewähren. Dazu gehören Vorzugskonditionen beim Schulgeld für Ortsansässige und zum Beispiel Zuschüsse und Stipendien, für die es Förderer zu finden gilt. Wichtig sei auch, dass die Turnhalle der Edith-Stein-Schule für Friedrichsthaler Vereine nutzbar bleibt.