Politneuling will Rathaus erobern

In Friedrichsthal soll in diesem Jahr ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Denn die Amtszeit von Rathauschef Rolf Schultheis (SPD) endet Anfang kommenden Jahres. Der Wahltermin steht aber noch nicht fest. Als Bewerber um den Chefposten im Rathaus hat bisher lediglich CDU-Kandidat Peter Ullinger seinen Hut in den Ring geworfen. Die übrigen Parteien halten sich noch bedeckt.

Klar ist, dass in diesem Jahr gewählt werden soll. Unklar aber ist, wann. Und auch die Liste der Kandidaten, die Bürgermeister der Stadt Friedrichsthal werden wollen, ist bisher noch sehr überschaubar. Denn bis gestern hatte lediglich die CDU in der Stadt ihren Kandidaten um die Nachfolge von Amtsinhaber Rolf Schultheis offiziell ins Rennen geschickt. Für die Union soll der 59-jährige Peter Ullinger - er feiert im August seinen 60. Geburtstag - die Bürgermeisterwahl gewinnen. Ullinger, verheiratet und Vater dreier erwachsener Kinder, ist auf der politischen Bühne eher unbekannt. Nichtsdestotrotz rechnet der Vorruheständler sich eine gute Chance bei der Wahl aus, wie er im Gespräch mit der SZ verriet. Dass das schwer wird, ist ihm klar, zumal Beobachter in der Stadt davon ausgehen, dass der amtierende Bürgermeister Rolf Schultheis (SPD ) wieder antreten wird. Bevor er Verwaltungschef in Friedrichsthal wurde, hatte Schultheis ein Versicherungsbüro in Heusweiler.

Ullinger setzt auf mehr Bürgerbeteiligung bei Entscheidungen auf kommunaler Ebene. Der ehemalige Projekt- und Sachgebietsleiter in der Abteilung Markscheidewesen und Bergschäden bei der RAG, will die Idee der "Bürgerkommune" in seiner Heimatstadt umsetzen. Das bedeutet für ihn, "die Schaffung von Transparenz in Rathaus und Stadtrat für die Bürger - statt konspirativer Geheimhalterei". Dazu gehören für den Christdemokraten eine "frühzeitige, schnelle, effiziente Informationsweitergabe, ein verbessertes Beschwerdemanagement sowie professionell organisierte Beteiligungsprozesse".

Angesprochen auf die jüngsten Vorschläge seines Parteikollegen, des saarländischen Innenministers Klaus Bouillon zur interkommunalen Zusammenarbeit oder gar Gemeindefusionen, rät Ullinger zu Behutsamkeit. Hier gelte es besonders, "den Bürger mitzunehmen" und nicht gegen den Willen der Leute zu agieren. Man sollte hier "von Fall zu Fall" entscheiden, wo eine Konzentrierung kommunaler Aufgaben Sinn macht. Zum Beispiel beim Standesamt, zumal viele Verwaltungsvorgänge dort schon heute online abgewickelt werden könnten. Die Interessen behinderter oder alter Menschen dürften aber nicht vernachlässigt werden. Generell meint Ullinger, dass Aufgaben, die nicht der direkten Daseinsvorsorge dienten, eher zusammengelegt werden könnten, wie Bauhöfe oder -ämter.

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