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Friedrichsthal-Bildstock
„Ohrfeige für die aktiven Unterstützer“

Der Rechtsschutzsaal in Bildstock.
Der Rechtsschutzsaal in Bildstock. FOTO: BECKER&BREDEL / Becker && Bredel
Friedrichsthal-Bildstock. Der Geschäftsführer der Stiftung Rechtsschutzsaal wehrt sich massiv gegen Behauptungen der Linkspartei. Von Michèle Hartmann

Die Linke im Regionalverband Saarbrücken  spricht sich, wie sie in ihrer jüngsten Pressemitteilung schreibt, „für die Rettung des Rechtsschutzsaals in Friedrichsthal-Bildstock aus“. Die Immobilie sei mit 125 Jahren das älteste Gewerkschaftsgebäude Deutschlands und damit ein Kulturdenkmal von nationalem Rang.


Wegen der „schwierigen finanziellen Lage der Stiftung“, die den Rechtsschutzsaal trägt, habe sich der Ortsverband Friedrichsthal der Partei Die Linke nun an Reiner Hoffmann, den Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes,  gewandt. Die Linke im Regionalverband, so deren Fraktionsvorsitzender Jürgen Trenz, unterstütze diese Bemühungen. Der Regionalverband Saarbrücken sei Mitglied der Stiftung, die den Rechtsschutzsaal unterhält. Die „Rettungsbemühungen“ würden auch von Thomas Lutze (MdB) unterstützt, der die kulturelle und geschichtliche Bedeutung des Bildstocker Gebäudes für die Bundesrepublik hervorhebe.

Hilfe von außen, insbesondere durch den Deutschen Gewerkschaftsbund, sei dringend notwendig, „da das Stiftungskapital in Kürze gänzlich aufgebraucht sei“. Jetzt, so die Linkspartei, müsse gehandelt werden.



Geschäftsführer der Stiftung Rechtsschutzsaal ist Christian Jung. Gestern nun fragte die SZ um eine Stellungnahme bei ihm an  und erfuhr rundweg Gegenteiliges. „Leider ist die Linke mit dieser durchaus erfreulichen Bemühung an die Öffentlichkeit getreten, ohne sich vorher über die aktuelle Lage der Stiftung zu informieren“, schreibt Jung, und: „Dieser „Aktionismus stellt für die tatsächlich aktiven Unterstützer der Stiftung eine Ohrfeige dar.“

Leider habe Jürgen Trenz bei der Veranstaltung am vergangenen Montag zum 3. Nikolaus-Warken-Gedenktag diesbezüglich nichts verlauten lassen. Immerhin seien an diesem Tag rund 12 400 Euro Spendengelder übergeben worden (Bericht folgt).

Nicht zuletzt wegen guter Belegung, einer neuen Vermietung der vormaligen Pächterwohnung und eines tollen Engagements von DGB, Arbeitskammer und Hans-Böckler-Stiftung sowie einer Zuwendung, die über die Stadt Friedrichsthal  beim Innenministerium erreicht worden sei, stelle sich die Situation beileibe nicht mehr so kritisch dar wie noch vor Jahren.

Christian Jung abschließend: „Die Rücklagen sind vorhanden. Das Girokonto erlaubt die Begleichung der laufenden Kosten.“