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Neuer Bürgermeister: Diese Pläne hat Christian Jung für Friedrichsthal

Was der Neue im Chefsessel vorhat : Vom Azubi zum Bürgermeister

Nach 35 Jahren im Friedrichsthaler Rathaus ist Christian Jung (57) auf dem Chefsessel angekommen.

Als Christian Jung im Oktober 1985 seine Laufbahn im öffentlichen Dienst als Inspektoranwärter bei der Stadt Friedrichsthal begann, hieß der Bürgermeister Wolfgang Grausam. Der CDU-Mann amtierte von 1966 bis 1990 als Stadtoberhaupt, gefolgt von Werner Cornelius (SPD, 1990 bis 2008) und Rolf Schultheis (SPD, 2008 bis 2021). Nun steht der Sozialdemokrat Jung selbst an der Spitze der Verwaltung. Am 1. April übernahm der 57-Jährige die Amtsgeschäfte von Schultheis, der sich entschieden hatte, vorzeitig abzutreten.

Wegen Corona gab es keine große Feier am Gründonnerstag, Jung stürzte sich vielmehr gleich in die Arbeit, war mit dem Thema „Corona und Kindergarten“ beschäftigt, wie er berichtet. Sein Vorgänger habe gute Arbeit geleistet, sagt Jung über Schultheis, dem er als Hauptamtsleiter zur Seite stand. Als Jungs Nachfolger auf dieser Position hat der Stadtrat Sven Siegler gewählt, der im Mai seinen neuen Job antritt.

Zurück zu Christian Jung. Der neue Bürgermeister weiß, dass der Stadt mit ihren rund 10 000 Einwohnern ein geeigneter Versammlungsort fehlt. Also verfolgt er das Ziel, ein neues Vereinshaus zu bauen, an der Stelle, an der das alte Vereinshaus in Friedrichsthal stand. Das Projekt braucht Zeit. „Wir leisten gerade die Vorarbeit für die europaweite Ausschreibung“, sagt Jung zum Stand der Dinge.

Ein weiteres Bauprojekt sei in der Grubenstraße geplant. Dort, neben der Feuerwache, wolle ein privater Investor eine Kindertagesstätte für Friedrichsthal-Mitte errichten. Auf einer Fläche, die der Geldgeber von der Stadt kauft, sagt Jung. Und er fügt hinzu: „Die Kita könnte in etwa zwei Jahren öffnen und in sechs Gruppen um die 90 Plätze bieten.“

Was wird aus dem Hoferkopf-Gelände in Bildstock? Auch diese Frage beschäftigt den neuen Verwaltungschef. „Wenn wir den Hoferkopf zur touristischen Destination entwickeln wollen, reicht es nicht, dort den Turm wiederaufzubauen“, meint Jung. Dazu brauche es mehr, zum Beispiel öffentliche Toiletten. Und eine Aufwertung des Spielplatzes, der „in die Jahre gekommen ist“.

Ganz wichtig ist Jung die Pflege der Bäderlandschaft in der Stadt, in der er aufgewachsen ist. Friedrichsthal hat ein Freibad und ein Hallenbad zu bieten. „Und ich stehe dafür ein, dass das so bleibt“, betont der Bürgermeister, der auf die Unterstützung des Fördervereins der Bäder setzen kann.

Noch einmal zum Thema Corona-Pandemie: „Der Bedarf an Tests steigt, deshalb sollten wir auch in unserer Stadt Testkapazitäten schaffen“, sagt Jung. Er denkt an mobile Teststationen auf den Wochenmärkten in Friedrichsthal und Bildstock, an einen Testbus, der den Stadtteil Maybach ansteuert. Auch die Helenenhalle biete sich in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz für Corona-Tests an. Derzeit ist das gemeinsame Testzentrum mit den Nachbarkommunen Sulzbach und Quierschied in der ehemaligen Fischbacher Klinik das nächstgelegene.

 Margit Balzer, stellvertretende Leiterin des Fachbereiches Zentrale Dienste (Personal); Rolf Schultheis, Christian Jung und Peter Bickelmann, Erster Beigeordneter, bei der Amtsübergabe.
Margit Balzer, stellvertretende Leiterin des Fachbereiches Zentrale Dienste (Personal); Rolf Schultheis, Christian Jung und Peter Bickelmann, Erster Beigeordneter, bei der Amtsübergabe. Foto: Stadt Friedrichsthal

Die CDU-Fraktion im Friedrichsthaler Stadtrat und der CDU-Stadtverband Friedrichsthal fordern ein Testzentrum in der Stadt. Die Christdemokraten kündigen an, an die Stadtverwaltung einen Antrag auf Errichtung eines eigenen Testzentrums in Friedrichsthal für den nächsten Stadtrat zu stellen. Der tagt wieder am 28. April, als Präsenzsitzung in der Helenenhalle und erstmals unter Leitung von Bürgermeister Christian Jung.