Neue Pläne fürs Vereinshaus

Gut besucht war die Informationsveranstaltung im Friedrichsthaler Rathaus am Montagabend. Auf Einladung der Verwaltung wurde über die Neugestaltung des katholischen Vereinshauses, die städtischen Finanzen, stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen, die Unterbringung von Asylanten und übers Bürgerbad gesprochen.

Siegfried Kraus erläutert die vorläufigen Planungen fürs Vereinshaus, auch Bürgermeister Rolf Schultheis hört aufmerksam zu.

Durchaus lebhaft ging es am Montagabend im Sitzungssaal des Rathauses zu. Die Themen, über die die Stadtverwaltung die rund 70 Bürger informieren wollte, wurden nicht nur wohlwollend zur Kenntnis genommen. Aus dem Kreis der Bürger wurden kritische Anmerkungen gemacht und teilweise sachdienliche Hinweise gegeben. Besonders groß war das Interesse gleich beim 1. Punkt der Bürger-Informationsveranstaltung. Siegfried Kraus stellte als Mitglied des Verwaltungsrates der katholischen Kirchengemeinde die vorläufigen Planungen zur Neugestaltung des Vereinshauses vor. Zur Einführung in diesen Tagesordnungspunkt hatte Bürgermeister Rolf Schultheis betont, dass im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" das saarländische Innenministerium die äußere und innere grundhafte Sanierung des Gebäudes und von Teilen des Umfeldes fördern wolle. Diese Chance wolle die Stadt nutzen. Die Pläne sind nach Schultheis Worten "kein Luxus", denn das Vereinshaus sei die einzige Veranstaltungsstätte, die 200 bis 220 Gästen Platz biete. Natürlich werde die Stadt dann weder eine Aula noch eine Kulturhalle bauen. Mit dem neuen Konzept sei es möglich, die Nutzung durch Vereine und für größere öffentliche Veranstaltungen für die nächsten 25 Jahre zu sichern.

Kraus erläuterte den Bürgern und den Mitgliedern der Verwaltung detailliert den Umfang der Planung, an der seit August dieses Jahres mit viel Engagement gearbeitet werde. Von den Arbeiten betroffen sollen sein: das Vereinshaus selbst, der Vorplatz der Kirche, die Kirchentreppe und - türen, der Kirchgarten sowie der Parkplatz oberhalb. Kraus hob hervor, dass selbstverständlich die Kirchengremien noch ausführlich beraten und gegebenenfalls zustimmen müssen. Hier wurde bekannt, dass alle neun Mitglieder des Bauausschusses des Stadtrates den Planungen zugestimmt haben.

Ab dem geplanten Beginn der Arbeiten im Frühjahr kommenden Jahres soll der Kirchturm "rückgebaut" werden. Stattdessen soll es den Neubau eines Glockengerüsts geben. Am Montagabend wurde auch betont, dass mehr als 9000 Besucher im vergangenen Jahr im katholischen Vereinshaus gezählt wurden. Es werde im großen Saal eine neue, variable Bühne entstehen. Während der Bauphase bleibt das Vereinshaus geschlossen, wie Schultheis sagte.

Fragen aus dem Zuhörerkreis wurden von Schultheis und Kraus zur Zufriedenheit beantwortet.

Im nächsten Punkt wurden die finanzielle Situation der Stadt erläutert und ein Ausblick auf die kommenden Jahre gegeben. Positiv hob der Verwaltungschef hervor, dass sowohl 2013 als auch in diesem Jahr keine Kassenkredite aufgenommen wurden.

Weil aber auch das Land sparen (zum Beispiel bei den Schlüsselzuweisungen für die Kommunen) müsse und der Regionalverband mehr Geld über die Umlage fordere, werde die Einhaltung der Schuldenbremse nur unter größten Anstrengungen (falls überhaupt) erreicht werden können.

Mehr Einnahmen kann Friedrichsthal nach Worten des Bürgermeisters vor allem dann erhalten, wenn die ehemaligen Bergbauflächen von neu angesiedelten Gewerbebetrieben übernommen werden und so Gewerbesteuer in den Stadtsäckel fließen könne. Darüber sei eine Langfrist Prognose aber nicht seriös zu stellen. (Weiterer Bericht folgt)

Mehr von Saarbrücker Zeitung