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Montessori-SChule
Neue Pflanzen für Umfeld und Umwelt

Florian Deichler (links) gestern bei der Pflanzaktion in Friedrichsthal.
Florian Deichler (links) gestern bei der Pflanzaktion in Friedrichsthal. FOTO: Thomas Seeber
Friedrichsthal. Rund 25 Schüler aus den Stufen fünf bis acht der Montessori-Schule verschönerten gestern ihre Schule und taten Gutes für die Natur. Von Stefan Bohlander

Die Kinder der Montessori-Schule Friedrichsthal werten erneut ihren Außenbereich auf. Bei sonnigem Wetter harken, buddeln und schaufeln sie am gestrigen Mittwoch im vorderen Teil des Hofes und kreieren per Pflanzen ein großes „M“ – für Montessori. Die Eckpunkte des Buchstabens werden im extra angelegten Blumenbeet aus Narzissen und Hyazinthen dargestellt.


Drumherum streuen die rund 25 Schüler aus den Stufen fünf bis acht Phacelia-Samen aus. Das umgangssprachlich Bienenweide genannte Gewächs soll neben der Verschönerung des Geländes auch zum Anlocken der fliegenden Insekten dienen.

Denn derzeit habe man statt der ursprünglich sechs Völker nur noch zwei, wie Sinclair Bond erklärt. Der Junge aus der siebten Klassenstufe gibt freudig und kompetent Auskunft über den Außenbereich, auch im hinteren Teil des Schulgeländes. Schuld am Völkersterben war der harte Winter, wie er ausführt.



Dadurch hatten die Bienen weniger zu essen. Im hinteren Teil des Außengeländes legten die Kinder gestern zusätzlich zwei Hochbeete an, die unter anderem mit Kohlrabi, Salat, Essigkraut und Knoblauch bestückt wurden.

Beete und eine weitere Wiese mit Phacelia fügen sich nahtlos in alle weiteren Bereiche wie den Weltacker ein. Ausgeruht wird sich jedoch nicht, denn in Kürze steht beispielsweise der Neubau des Hasenstalles an. Das Gehege für die goldigen Hoppeltierchen wird dann noch größer. Andere Projekte wie der Vortrag einer Meeresbiologin, das „Plastik-Fasten“ oder das Beerdigen von Müll wurden bereits umgesetzt. Bei Letzterem wurden Müllsorten wie Plastik per Tüte im Erdreich begraben. Nach einer gewissen Zeit wird untersucht, wie schnell der Problemmüll verrottet ist – oder eben auch nicht.

„Wir werden es wohl nicht mehr erleben, wenn das Plastik zerfallen ist“, sagt Marcos Gutierrez. Der Lehrer war federführend für das Anlegen der neuen Beete und die Aufsicht über das Setzen der Blumenzwiebeln verantwortlich und ist sichtlich stolz auf das Geleistete. Dennoch verschweigt er den im Grunde ernsten Hintergrund der Arbeit nicht.

Denn, dass es ein Insektensterben geben würde, könne man beispielsweise ganz einfach selbst feststellen, wenn man sich anschaue, dass nach längeren Fahrten auf der Autobahn die Windschutzscheibe deutlich sauberer sei als noch vor ein paar Jahren.

Es sei teilweise ein Insektenrückgang von 70 bis 80 Prozent zu verzeichnen, ergänzt Roland Krämer. Der Staatssekretär des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz ist trotz dieser Ernsthaftigkeit ebenfalls angetan von dem, was die Montessori-Schüler alles geschafft haben: „Wichtig ist, dass die Kinder die Natur anschaubar erleben.“ Das Ministerium freue sich zudem darüber, dass man immer wieder FÖJ‘ler vermitteln könne. Die Nachfrage nach einem Freiwilligen Ökologischen Jahr sei meistens gar größer als die zu vermittelnden Stellen. An der Montessori-Schule in Friedrichsthal ist derzeit David Haubrich engagiert.

Extra für diesen Tag bekamen er und die Schüler von weiteren Helfern, unter anderem vom Saarforst aus Blieskastel, vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz, vom Bund für Umwelt und Naturschutz und vom Naturschutzbund. Und dass alle diese Maßnahmen für ein Umdenken bei den Schülern sorgen, scheint die Idee von Elias Speth zu bestätigen. Der Schüler aus der sechsten Stufe schlägt vor, im kommenden Jahr an der Picobello-Aktion teilzunehmen.