Neue Jobs für neun Bergleute

Friedrichsthal/Neunkirchen. Es ist ein Mischung aus Freude, Dankbarkeit und großer Erleichterung: Für neun ehemalige RAG-Mitarbeiter, die ihren Beruf im Bergbau aufgeben müssen, hat zum 1. September eine neue berufliche Perspektive beim Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) begonnen

Friedrichsthal/Neunkirchen. Es ist ein Mischung aus Freude, Dankbarkeit und großer Erleichterung: Für neun ehemalige RAG-Mitarbeiter, die ihren Beruf im Bergbau aufgeben müssen, hat zum 1. September eine neue berufliche Perspektive beim Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) begonnen. "Sie haben einen sicheren und auch einen guten Arbeitsplatz", sagte Michael Hoppstädter, Direktor des Landesbetriebs, seinen "Neuen" bei einer kleinen Feierstunde im Betriebsgebäude in der Neunkircher Lindenallee zum Abschluss ihrer Qualifizierung. Rund 2400 Kilometer Straße, 800 Kilometer Radfahr- und Gehwege sowie zirka 1300 Gebäude entlang der Straßen werden von LfS in Schuss gehalten. Und bald schon, so Michael Hoppstädter, stehe wieder die wichtigste Prüfung an: der Winterdienst.An den 23. Februar 2008, den Tag, als unter Saarwellingen die Erde bebte, erinnerte Thomas Schiemann, RAG-Abteilungsleiter Personalsteuerung. Der Anfang vom Ende des Bergbaus an der Saar. Was passiert jetzt? Wo finden wir Arbeit? Diese Frage stellten und stellen sich Bergleute und ihre Familien. Die neun Männer, die jetzt beim LfS untergekommen sind, haben eine Antwort. Die RAG hat ihre - jetzt ehemaligen - Mitarbeiter - von Dezember bis August in Zusammenarbeit mit der RAG Bildung Saar intensiv für den Landesbetrieb geschult. Unter anderem mussten sieben Führerscheine erworben werden, etwa für Bagger, Stapler oder Radlader. Jetzt sind alle offiziell "qualifizierte Straßenwärter". Auch Klaus Hoffmann und Thomas Fischer, die beide früher auf der Grube Reden ihr Geld verdienten. Hoffmann (41) arbeitete als Betriebsschlosser unter Tage von 1987 bis 1991 in Reden. Dann folgten acht Jahre Hirschbach und anschließend Bergwerk Saar Nordschacht. "Wir wollten im Saarland bleiben", erzählt Hoffmann vom Wunsch der Familie. Hoffmann (verheiratet, ein Sohn) aus Friedrichsthal schrieb viele Bewerbungen, hatte beim Landesbetrieb Erfolg: "Für mich und die Familie war das ein Glück, für das ich sehr dankbar bin." So sieht es auch Thomas Fischer (40, verheiratet, ein Sohn) aus Namborn. Er war von 1987 bis 1995 als Bergmechaniker in Reden. Danach kam er nach Göttelborn, wechselte später in die Landwegausgabestelle Neunkirchen, Lager Hermine. Er sagt: "Ich bin froh, dass ich hier bleiben kann und Arbeit habe." "Sie haben einen sicheren Arbeitsplatz."LfS-Chef Michael Hoppstädter

Auf einen BlickDie Neuen beim Landesbetrieb für Straßenbau: Wolfgang Berne (41) aus Gersheim, Einsatzort Straßenmeisterei (SM) Limbach. Klaus Hoffmann (41) aus Friedrichsthal, SM Limbach. Dietmar Biegel (43) aus Geislautern, SM Rohrbach. Halici Recep (33) aus Göttelborn, SM Sulzbach. Patrick Stoll (39) aus Nohfelden, SM Limbach. Thomas Fischer (40) aus Namborn, SM Limbach. Ralf Rudolphy (40) aus Marpingen, SM Limbach. Oral Orhan (35) aus Wadgassen, SM Merzig. Michael Schudell (42) aus Saarwellingen, SM Merzig. cle