Mit Sport fällt vieles leichter

Friedrichsthal. Es war der 15. Januar 1960, als im Friedrichsthaler Rathaus 15 arm- und beinamputierte Kriegsbeschädigte eine Versehrten-Sportgruppe gründeten. Auch wenn der Name mittlerweile in Rehabilitation-Breiten-Sport-Verein (RBSV) Friedrichsthal/Bildstock geändert wurde, die Ziele sind die gleichen geblieben

Friedrichsthal. Es war der 15. Januar 1960, als im Friedrichsthaler Rathaus 15 arm- und beinamputierte Kriegsbeschädigte eine Versehrten-Sportgruppe gründeten. Auch wenn der Name mittlerweile in Rehabilitation-Breiten-Sport-Verein (RBSV) Friedrichsthal/Bildstock geändert wurde, die Ziele sind die gleichen geblieben. So soll nach wie vor behinderten wie nichtbehinderten Menschen geholfen werden, durch Sport und Gemeinschaft körperliche und geistige Ertüchtigung zu erlangen. Durch die Wiedergewinnung oder den Erhalt der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sollen der Kreislauf stabilisiert, Haltungsschäden vermieden und die geistige Flexibilität gestärkt werden. So steht es immer noch in der Satzung. Sie wird wie der Verein in diesem Jahr 50 Jahre alt. Die große Geburtstagsparty steigt am Samstag, 19. Juni, ab 18 Uhr im Bildstocker Rechtsschutzsaal. Bereits kurz nach der Gründung vor 50 Jahren war der Verein mit Mannschaften bei Turnieren befreundeter Behindertensportgruppen dabei. Die Frauen und Männer spielten Sitzball, Prellball, aber auch Volleyball oder Fußballtennis. Als 1973 das Friedrichsthaler Hallenbad eröffnet wurde, kamen Wassergymnastik, Schwimmen und Wasserkorbball hinzu. Im September 1983 wurde eine Frauengruppe gegründet. Bis heute machen die Damen Wassergymnastik und spielen Flugball. Schon oft haben sie das Saarland bei Deutschen Meisterschaften im Flugball vertreten. 1986 wurde die Bosselabteilung ins Leben gerufen. Bosseln ist ein Art Eisstockschießen in der Halle. Die Bosseln, die wie Eisstöcke in ein Zielfeld geworfen werden, haben Borsten, ähnlich wie bei einem Schrubber. Auch diese Abteilung war mehrfach mit Mannschaften bei Deutschen Meisterschaften dabei. Die jüngste Abteilung innerhalb des Vereins sind die Bouler. Die Abteilung wurde 2002 gegründet. Gerhard Werny führt seit dem 15. April 1991 den Verein. Er betont: "Frei nach dem Motto der österreichischen Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach - Siege, aber triumphiere nicht - gilt bei uns bis heute: Nicht nur das Ergebnis ist relevant, sondern auch die Gemeinschaft und der Spaß am Spiel." Wie viele Vereine klagt der RBSV Friedrichsthal/Bildstock über Nachwuchsmangel. Der Vorstand steuert gegen. Werny: "Wir haben eine Muskelaufbau-Gruppe ins Leben gerufen." Und der Vorsitzende weist darauf hin: "In unserem Verein sind auch Menschen ohne Behinderung willkommen." Für den Friedrichsthaler Bürgermeister Rolf Schultheis steht fest: "Der Verein leistet seit nunmehr 50 Jahren vorbildliche Arbeit bei der Integration behinderter Menschen in unsere Gesellschaft." Der Rehabilitation-Breiten-Sport-Verein Friedrichsthal/Bildstock richtet jedes Jahr ein Bossel- und ein Flugballturnier aus, nimmt auch an Turnieren befreundeter Verein teil. Einen großen Stellenwert hat das gesellige Leben bei den 90 Mitgliedern. Sie feiern gemeinsam Fastnacht, treffen sich zu Wanderungen und zu Auflügen. "Der Verein leistet seit nunmehr 50 Jahren vorbildliche Arbeit bei der Integration behinderter Menschen in unsere Gesellschaft." Bürgermeister Rolf Schultheis