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Maroder Friedrichsthaler Bahnhof: Wird bald saniert?

Bahnhof Friedrichsthal: Wird bald saniert? : Bahnhofs-Eigentümer hat eine Bauvoranfrage gestellt

Der Bahnhof Friedrichsthal verfällt weiter. Der Eigentümer sichert das einsturzgefährdete Gebäude bisher nur. Nun gibt es immerhin eine Bauvoranfrage – und die Stadt hofft auf Fortschritte.

Die unendliche und traurige Geschichte um den Friedrichsthaler Bahnhof geht erst einmal weiter (wir berichteten). Als zuletzt der – von der Stadt aus gesehen – linke Teil des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes komplett in sich zusammen gebrochen war, musste der neue Eigentümer handeln. Die Trümmer wurden inzwischen abgetragen, vor dem Bahnhofsgebäude ist das alte, völlig verfaulte Holz des Dachstuhls für alle sichtbar gestapelt. Der Eigentümer, der aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht genannt werden darf, hat auf Anfrage unserer Zeitung beim Bürgermeister der Stadt, Christian Jung, zuletzt eine Bauvoranfrage eingereicht.

„Die Stadt Friedrichsthal kann, wie schon seit vielen Jahren, die Vorgänge am Bahnhof nur wohlwollend begleiten und verfolgen“, so Jung. „Natürlich ist das Gebäude, so wie es sich zurzeit darstellt, uns und den Bürgern unserer Stadt ein ewiger Dorn im Auge. Auch mir ganz persönlich. Wir müssen aber auch ganz klar sagen: Die Stadt hatte niemals eine realistische Möglichkeit, das Gebäude selbst zu übernehmen. Das hätte jeglichen finanziellen Rahmen gesprengt.“

Ganz abgesehen von der finanziellen Seite erschweren die relative Randlage, die Vorgaben des Denkmalschutzes und der nahe, mit Lärmbelästigung und eventuellen Stromschwankungen einhergehende Zugverkehr die Nutzung des einstmals so imposanten Gebäudes, das im Jahre 1910 erbaut wurde. Bis in die 1980er Jahre hinein befanden sich in dem Gebäude noch eine Gaststätte und mehrere Wohnungen. Im Zuge der Bahnreform in den 1990ern, als die Bahn deutschlandweit über 2000 Bahnhöfe an private Investoren veräußerte, wechselte auch der Friedrichsthaler Bahnhof den Eigentümer. Seitdem wurde er viermal weiter veräußert. Getan in Sachen Sanierung aber hatte sich bislang nichts, der Verfall ging ungebremst weiter. Lediglich bei unmittelbaren Gefahrensituationen kamen die jeweiligen Eigentümer ihren Pflichten nach.

„Wie jeder andere verdrehe auch ich die Augen, wenn ich am Bahnhof Friedrichsthal vorbei fahre.“ Christian Jung prangert in diesem Zusammenhang nicht zum ersten Mal das Verhalten der Bahn an und bezeichnet den damaligen Verkauf an einen privaten Investor „als großen Fehler“. Weiterhin gesteht er aber ganz offen, dass „die Stadt heute auch froh sein kann, ein solches Projekt nicht am Hals haben zu müssen. Es wäre ein echter Klotz am Bein. Wir hätten kein Konzept vorlegen können, um die laufenden Kosten zu decken.“

In privaten Gesprächen mit dem neuen Eigentümer hätte er das auch genauso angesprochen. Wie genau die Pläne des neuen Investors aussehen, ist noch nicht eindeutig. Im Raum steht jedoch der Bau kleinerer Wohneinheiten, auch von einer Gaststätte sei die Rede gewesen. „Alles, was das Erscheinungsbild des Bahnhofs verbessert, findet unsere Unterstützung, einen tatsächlichen Einfluss darauf haben wir aber nicht“, resümiert der Bürgermeister. „Auch wenn ich persönlich es mir anders wünschen würde, die Realität ist eben eine andere.“ Ob der derzeitige Eigentümer demnächst einen konkreten Bauantrag stellt und sich mit einem ausgereiften Konzept auch einmal den Friedrichsthaler Bürgern stellt, das bleibt abzuwarten.