Langeweile? Keine Chance

Gelegentlich begegnet man interessanten Menschen. Beispielsweise in Friedrichsthal. Dort haben wir Uwe Conrad einen Besuch abgestattet. Und mehr erfahren über einen vielseitigen wie umtriebigen Mann.

So weit hat es die Landeshauptstadt beziehungsweise eines ihrer markanten, nicht zu übersehenden Bauwerke in der Nähe der Ostspangenbrücke gebracht: Das Foto, das den gläsernen Smart-Turm und das dazugehörige runde Gebäude zeigt, ist vor zweieinhalb Jahren erschienen in einem Printmedium in Shanghai. Und das in einer Auflage von rund einer Million Exemplaren. Wer Mandarin beherrscht, kann den Artikel zum Foto lesen, wer nicht, ist auch beeindruckt. Weil es eben dieser Autohaus-Turm in die bedeutendste Industriemetropole Chinas geschafft hat.

Es hagelt Auszeichnungen

Uwe Conrad freut das sehr. Denn als Geschäftsführer des Smart Centers Saarbrücken und Luxemburg ist der Friedrichsthaler kein giftiger Feind von Publicity. Die fliegt ihm jedoch nicht zu, er muss etwas dafür tun. Und das macht er offenkundig. Seit Jahren hagelt es Auszeichnungen - überregional und markenübergreifend - vor allem hinsichtlich der Kundenzufriedenheit .

Der umtriebige 62-Jährige, der sich als perfektionistisch beschreibt, empfängt die SZ in seinem Garten - der selbst feine Züge des Perfektionistischen trägt. Hinter zwei großen buddhistischen Figuren mit ihrer friedfertigen, mit ihrer gelassenen Ausstrahlung sieht man gewaltige Bambusstäbe, entdeckt entzückende Dekorationsobjekte im akkurat gepflegten Grün. Die Deko sieht zwar aus, als sei sie eher zufällig an ihrem Platz gelandet, und doch lässt sich erahnen, wie viel Geschmack und Kunstsinn hinter dem Gesamtkunstwerk unter Gottes Sonne stecken.

Schon sind wir beim Thema. Denn es geht um Kunst und Gestaltung. Vor einigen Monaten schon erzählte uns Uwe Conrad, dass er seiner Frau Katrin gewissermaßen in den Garten geht, wie der Saarländer gern sagt. Weil er sich seit geraumer Zeit auf deren ureigenstem Terrain bewegt. Das hat damit zu tun, dass er ihr künstlerisches wie handwerkliches Geschick bewundert. Und uns ihre Gemälde an den Wänden des Hauses präsentiert. Und da sich der Perfektionist Conrad seit einiger Zeit beruflich etwas zurückgenommen, die Arbeit reduziert und daher mehr Zeit für die Muße hat, rückt er ebenfalls der Malerei zu Leibe.

Porträts mit Aussagekraft haben es ihm angetan. Was unter anderem auf ein Foto im ,,Spiegel"-Nachrichtenmagazin zurückzuführen ist. Da sah er vor wenigen Jahren das Bild eines maskierten Drogendealers in Nicaragua. Das hat ihn elektrisiert. Und letztlich dazu gebracht, sich an des Menschen Antlitz zu versuchen. In eigenwilligem Stil, der für manch einen Betrachter ein bisschen provokant und plakativ daher kommen könnte. Doch das ist gewollt, wie uns der Hobbykünstler versichert.

Er rechnet nicht mit vollumfänglichem Zuspruch. Die Bilder in Acryl sind - um sie einfach mal hörbar zu machen - alles andere als dezent, sie positionieren sich lautstark. ,,Bitte ausgiebig betrachten und ergründen!", scheinen sie dem Gegenüber zuzurufen. Das ist womöglich ein bisschen viel hinein interpretiert, doch es macht Laune, sich mit den Werken auseinanderzusetzen.

Und wie sieht es mit einer ersten eigenen Ausstellung aus? Da zögert der Diplom-Ingenieur, Buchautor und Freund fernen Länder, weil er darüber noch nicht intensiv nachgedacht hat.

Apropos Autor: Uwe Conrad hat bislang acht Sachbücher, auch als Co-Autor, auf den Markt gebracht. Da geht's unter anderem darum, wie man Kundenzufriedenheit erlangt, es geht um Verkaufsförderung und Unternehmensführung.

,,Langeweile haben nur Langweiler", sagt der Friedrichsthaler Familienvater, der ,,mit Herz und Freude" sein Leben gestaltet. Mit dem Müßiggang schließt er keine Freundschaft.

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