Kommen Firmen auf die Halde?

Friedrichsthal/Hühnerfeld. In den vergangenen Tagen waren sie wieder in Hühnerfeld zu hören: das monotone Piepgeräusch von Lastwagen und der Motorenlärm von großen Planierraupen. Sie kamen von der Halde Maybach, die sich entlang der Autobahn 623 zwischen Friedrichsthal und Hühnerfeld erstreckt

Friedrichsthal/Hühnerfeld. In den vergangenen Tagen waren sie wieder in Hühnerfeld zu hören: das monotone Piepgeräusch von Lastwagen und der Motorenlärm von großen Planierraupen. Sie kamen von der Halde Maybach, die sich entlang der Autobahn 623 zwischen Friedrichsthal und Hühnerfeld erstreckt. Nach Angaben der RAG Montan-Immobilien Gesellschaft mit Sitz im Mellinweg in Sulzbach geht die Rekultivierung der Halde ihrem Ende entgegen. Noch bringen Lastautos Erdaushub, um die Haldenflanken damit abzudecken. "Auf dieser Erde wird es schneller wieder grün, als auf dem Bergematerial", erklärt Hans Steinmetz von der Montan-Immobilien-Gesellschaft. Die frühere Montan-Grundstücksgesellschaft (MGG) ist für die Halde zuständig, nachdem die Ablagerung von Bergematerial nach dem schweren Grubenbeben im Februar 2008 eingestellt worden war. Bis dahin ging es zum Leidwesen der Hühnerfelder Bürger auf der Halde hoch her - an sechs Tagen in der Woche von 7 Uhr morgens bis 22 Uhr abends. Tonnenweise karrten voll beladene Lastwagen Bergematerial vom Bergwerk Saar in Ensdorf nach Maybach. Nach dem Beben wurde die Förderung in Ensdorf eingestellt. Fahrten waren nicht mehr notwendig. Nachdem dann im Bergwerk Saar die Kohleförderung in gedrosselter Form wieder angefahren wurde, gab es für wenige Tage wieder Transporte zur Halde. Im Juni 2008 wurden sie jedoch völlig eingestellt. Anschließend wurde die Halde zur Rekultivierung vorbereitet. Wie es dann mit der Halde weitergeht, wie sie gestaltet und ob ein Teil davon als Gewerbefläche ausgewiesen wird, das wird nach Angaben der Montan-Immobilien-Gesellschaft in den kommenden Monaten geklärt. Fest steht, dass die Stadt Friedrichsthal immer noch Interesse daran hat, einen Teil der rund 20 Hektar großen Fläche als Industriefläche zu erschließen. "Schon seit Jahren ist es ein Anliegen von uns, das Gewerbegebiet Maybach um die Fläche in Richtung Hühnerfeld zu erweitern", erklärt der Friedrichsthaler Verwaltungschef Rolf Schultheis. Für die Stadt sei es die letzte Möglichkeit, ein Gewerbegebiet einzurichten. Die Lage mit direktem Autobahnanschluss sei ideal. Außerdem liege die Halde zum größten Teil auf Friedrichsthaler Bann. Vor einigen Jahren hatte die Stadt sogar gegen die Ablagerungen des schwarzen Materials aus Ensdorf geklagt und einen Stopp gefordert. Die Klage war aber abgewiesen worden. Das Bergwerk Saar sei auf die Halde Maybach angewiesen, hieß es in der Urteilsbegründung des Oberwaltungsgerichtes. Jetzt aber braucht das Bergwerk die Halde nicht mehr. Nun hofft die Stadt Friedrichsthal, dass sie schnellstmöglich Bodengutachten von der Halde bekommt. "Wir wollen endlich wissen, wie groß das Industriegebiet werden kann", sagt Schultheis. Denn: Erst wenn man das wisse, könne man beim Land Zuschüsse für die Erschließung beantragen. "Wir wollen endlich wissen, wie groß das Industriegebiet werden kann."Rolf Schultheis