Menschen im Regionalverband : Kochen ist seine große Leidenschaft

Wolfgang Domma aus Friedrichsthal schaffte es als Kandidat in die ZDF-Show „Küchenschlacht“.

Wolfgang Domma ist ein Multitalent. Der 70-jährige Friedrichsthaler malt, spielt Golf, schreibt Bücher und kocht. Ab dem 11. Juni sogar im Fernsehen. Nämlich in der täglichen Kochsendung „Küchenschlacht“ im Nachmittagsprogramm des ZDF. „Ein Freund meinte, ich könne doch gut kochen, das wär was für mich“, erzählt der Bankmanager im Un-Ruhestand, „ich habe mich per Internet angemeldet und eine Woche später kam der Anruf der Redakteurin.“

Die Liebe zum Kochen ist schon viel älter. „Ich koche seit über 55 Jahren, mein erstes Steak hätte man reiten können, aber es war wundervoll“, erzählt Domma. Der Anfang war gemacht. Seit er in Pension ist, kocht Domma täglich. „Ich liebe eigentlich die einfachen Gerichte“, sagt er, „wie saarländische Pizza. Das ist Lyoner auf Rührei, dazu ein paar Kräuter und kräftiges Kornbrot.“

Vor der Aufzeichnung der Sendung musste der Saarländer Gerichte einreichen. Die Redaktion hat daraufhin Gegenvorschläge gemacht, damit die gewählten Zutaten auch zur Zeit der Ausstrahlung passen. Gedreht wurde die komplette Sendewoche in zwei Tagen in Produktionsstudios in Hamburg. „So ein Drehtag dauert dann schon zehn bis zwölf Stunden“, erzählt Domma, der dabei auch Promi-Koch Alfons Schuhbeck begegnet ist: „Der meinte spaßeshalber, was ich alter Knochen denn bei der Show wolle. Dabei ist er so alt wie ich.“

Domma war einer der ältesten Teilnehmer der Show: „Die Konkurrenten waren teilweise keine 30 Jahre alt. Das macht sich an der Kondition dann schon bemerkbar.“ Doch es gibt bei dem Format auch andere Klippen. Die ungewohnte Küche und der Zeitdruck gehören dazu. „Zuhause weiß man, was wo steht, da sitzt jeder Handgriff. Im Studio gibt es nur eine kurze Einweisung“, sagt der Hobbykoch.  „Man hat für sein Gericht 35 Minuten Zeit. Komplett. Beginnend mit dem Schälen der Zutaten bis zum Anrichten. Der Name der Sendung kommt wohl auch daher, dass die Küche anschließend aussieht wie ein Schlachtfeld.“

Domma musste in der ersten Folge mit Kalbsfilet in Morchelrahmsoße mit grünem und weißem Spargel sowie Kartoffelstampf die Jury überzeugen. „Die Soße in der Zeit hinzubekommen war schwierig. Und auch das Kalbfleisch hat seine Tücken. Etwas zu lange in der Pfanne und es ist totgebraten. Zu kurz ist es noch roh.“ Domma: „Hinzu kommt, dass der Moderator – das war diesmal der bekannte österreichische Koch Alexander Kumptner – einem ja immer noch Fragen stellt.“

Wie der Saarländer mit der echten  Saarbrücker Schürze in der Bewertung von Fernsehkoch Martin Baudrexel („Die Kochprofis“) abgeschnitten hat, darf er vor der Aus­strahlung nicht erzählen. Wohl aber, welche Fähigkeiten ein Kandidat bei einer Kochsendung haben muss. „Gut kochen ist klar. Man darf keine Scheu vor der Kamera haben und sollte auch reden können. Ich habe gefragt, ob ich hochdeutsch sprechen soll. Da meinte man, dass Lokalkolorit gerne gesehen wird.“

Anstrengend seien die Tage in Hamburg gewesen, „aber es hat unglaublichen Spaß gemacht“, sagt Domma, der aktuell an einem Science-Fiction-Roman arbeitet, für den das Thema „Fernsehküche“ aber noch nicht abgeschlossen ist: „Ich habe mich bei der Sendung ‚Das perfekte Dinner‘ beworben. Da habe ich aber noch keine Antwort.“

Die Rezepte der Kandidaten und somit auch des Friedrichsthalers Wolfgang Domma gibt es nach der Ausstrahlung übrigens auf der Internetseite des ZDF zum Nachkochen.

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