Kinder an der Macht

Friedrichsthal/Bildstock. Es sind Schulferien. Und doch erklingt in der Johannesschule in Bildstock fröhliches Kinderlachen. Gestern Morgen eröffnete in dem Schulhaus die Kinderspielstadt Kleinsulzbachtal ihre Tore. Und schon gleich zu Beginn stürmten knapp 50 Mädchen und Jungs durch die Flure. Die Spielstadt Kleinsulzbachtal gab es bereits im vergangenen Jahr

Friedrichsthal/Bildstock. Es sind Schulferien. Und doch erklingt in der Johannesschule in Bildstock fröhliches Kinderlachen. Gestern Morgen eröffnete in dem Schulhaus die Kinderspielstadt Kleinsulzbachtal ihre Tore. Und schon gleich zu Beginn stürmten knapp 50 Mädchen und Jungs durch die Flure. Die Spielstadt Kleinsulzbachtal gab es bereits im vergangenen Jahr. Damals organisierte der 13-jährige Robin Schmelzer aus Friedrichsthal, sozusagen als Nachahmung des Mini-Saarlandes, das Spektakel im Rechtsschutzsaal in Bildstock. Die zweite Auflage von Kleinsulzbachtal - wieder ist Robin der Ideengeber - präsentiert sich allerdings noch größer, bietet für die Kinder und Jugendlichen noch mehr Spielmöglichkeiten. Und diesmal hatten der pfiffige Bub aus Friedrichsthal und seine Freunde Anika Zewe, Nicole Molter, Julia Kühn, Jan Molter und Sascha Lang Unterstützung von Profis. Der Verein Mini-Saarland ist in diesem Jahr Träger des Projektes. "Wir haben die Trägerschaft sehr gerne übernommen", erklärte Claudia Fuchs vom Mini-Saarland bei der feierlichen Eröffnung der Kinderspielstadt. Dazu waren auch die Erste Beigeordnete der Stadt Friedrichsthal, Anne Hauptmann, Sulzbachs Bürgermeister Hans-Werner Zimmer und die CDU-Landtagsabgeordnete Anja Wagner-Scheid gekommen. Sie betonten übereinstimmend: "Das ist eine wirklich tolle Initiative von Robin Schmelzer." Ein dickes Lob zollte Claudia Jung der Geschäftsführung der Johannesschule. "Es ist toll, dass sie so großes Vertrauen in die Kinder hat und ihnen die ganze Schule zur Verfügung stellt", so Jung. "Der Konsens im Kollegium war schnell gefunden", erzählte Ingeborg Kohla-Dobiasch von der Schulleitung und schmunzelnd fügte sie an: "Robin war so charmant, da konnten wir einfach nicht Nein sagen." Mit einer Idee allein ist es aber nicht getan. Sponsoren müssen her. Eine Stadt zu unterhalten kostet Geld. Robin Schmelzer fand in Firmen und Privatleuten viele kleinere Spender und in der Bildstocker Stiftung Mens Sana einen großzügigen Hauptsponsor für seine Spielstadt Kleinsulzbachtal. Dort müssen die Bewohner wie auch im wahren Leben arbeiten. Dies können sie unter anderem in der Bank, in der Werkstatt oder im Beauty-Salon, aber auch im Rathaus oder bei der Müllabfuhr. Als Entlohnung gibt es Sulzis. So heißt die Währung in der Spielstadt. Ohne sie läuft nichts. Übrigens: Vom Organisationsteam wurde Anika Zewe (14) für die ersten zwei Tage zur Bürgermeisterin bestimmt. Heute wählen dann die Bürger ihr Stadtoberhaupt. Kleinsulzbachtal ist bis zum 31. Juli jeden Werktag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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