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Hochtrabende Pläne
Neuer Steg und ein Aussichtsturm

Der Saufangweiher in Bildstock lockt viele Naturbegeisterte an.
Der Saufangweiher in Bildstock lockt viele Naturbegeisterte an. FOTO: BeckerBredel
Friedrichsthal. Die neuerliche  Aufwertung des Naherholungsgebiets Saufangweiher findet nicht nur Freunde, sondern auch Kritiker. Von Patric Cordier

Der Friedrichsthaler Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung den Weg frei gemacht für die weitere Aufwertung des Naherholungsgebiets Saufangweiher im Stadtteil Bildstock. Dort wird zum einen der provisorisch ersetzte Steg zukunftssicher neu gestaltet, daneben entsteht am historischen Ablaufturm, dem sogenannten Mönch, eine neue Aussichtsplattform. „Der Saufangweiher ist uns als Naherholungsgebiet wichtig. Es sind nicht immer nur Fußballplätze, für die wir uns stark machen müssen“, sagte Bürgermeister Rolf Schultheis, „der barrierefreie Steg ist für die Besucherlenkung wichtig. Die neue Plattform lädt zum Verweilen und Genießen der Natur ein.“


130 000 Euro soll die Maßnahme kosten. Weil der Saufang aber als Kerngebiet zur Landschaft der Industriekultur (LIK) Nord gehört und der Zweckverband die Maßnahme unterstützt, bleiben nur zehn Prozent der Kosten an der Stadtkasse hängen. Doch es gibt auch kritische Stimmen. „Ich habe schwerste Bedenken gegen die Sinnhaftigkeit eines Turmbaus am Saufangweiher“, sagte Dr. Horst-Henning Jank (Grüne), „es ist absurd. Von diesem Aussichtsturm wird man nichts sehen, aber man steht im Lärm der Autobahn. Das ist reinste Steuerverschwendung.“ Den Bau des Steges erachten die Grünen allerdings als sinnvoll. Das sehen die anderen Fraktionen im Rat ebenso, stimmten aber anders als Jank für das Gesamtprojekt. Schließlich bekommt man einen Steg, den man aus eigenen Mitteln nicht hätte erneuern können und eine neue Besucherattraktion obendrauf. „Natürlich kann man über die Aussichtsplattform geteilter Meinung sein. Das gilt aber auch für die naturkundlichen Hinweistafeln, die wir angebracht haben, die Bänke oder die Schutzhütte“, verteidigte Schultheis das Projekt, „es ist unredlich, nur Projekte zu verfolgen, die in die eigene Interessenlage passen, andere aber grundsätzlich abzulehnen“.

Einstimmig und einvernehmlich wurde der Wirtschaftsplan des Entsorgungszweckverbands Friedrichsthal angenommen. Dank der Gebührenstabilität beim Entsorgungsverband Saar (EVS) werden auch in Friedrichsthal keine höheren Kosten auf die Bürgerinnen und Bürger zukommen. „Wir behalten die 2016 gesenkten Gebühren bei und haben vor, dies auch 2020 zu tun“, sagte Gerhard Bös, der Geschäftsführer der Stadtwerke, „wir werden 2019 Ausgaben von 2,8 Millionen haben, denen stehen Einnahmen von 2,75 Millionen Euro gegenüber“. Eine Million Euro soll in Baumaßnahmen investiert werden, hiervon profitiert hauptsächlich das Wohngebiet am Ostschacht.



Einstimmig angenommen wurde der Bericht des Rechnungsprüfungsausschusses für das Jahr 2016. Gleichzeitig wurde dem Bürgermeister und seinen Beigeordneten für dieses Haushaltsjahr Entlastung erteilt. Die Stadt hatte Erträge von 14,9 Millionen Euro gehabt, dem standen Ausgaben von 17,2 Millionen Euro gegenüber, was für ein Defizit von 2,3 Millionen Euro sorgte. „Das ist etwas mehr, als wir erwartet haben“, erklärte Schultheis und lieferte die Begründung mit: „Wenn einem in einem Jahr Gewerbesteuereinnahmen von 700 000 Euro wegbrechen und gleichzeitig überraschend Pensionsrückstellungen von 60 000 Euro auftreten, wird es schwer, das auszugleichen.“