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Gustav Neis dient seit vielen Jahren dem SV Hellas 05 Bildstock

Kostenpflichtiger Inhalt: Die gute Seele des SV Hellas Bildstock : Der Platzwart ist auch Grillmeister

Gustav Neis (70) ist die gute Seele des SV Hellas 05 Bildstock. Er hält den Rasen in Schuss und verkauft Rostwürste.

Als das Spielfeld des SV Hellas 05 Bildstock 2004 von einem Braschenplatz in einen Kunstrasen umgewandelt wurde, war Gustav Neis schon in Amt und Würden. Der 70-Jährige, der in Lebach das Licht der Welt erblickte und im Alter von einem Jahr mit seinen Eltern nach Bildstock kam, ist seit 1998 (mit einem Jahr Unterbrechung aus gesundheitlichen Gründen, wie er sagt) Platzwart der Hellas. Damals kickte seine Tochter Sarah, die jüngste von drei Schwestern, als Jugendliche beim Verein. Da habe ihn der Vorstand gefragt, ob er Platzwart werden wolle. Und Gustav Neis nickte zustimmend.

Einst hatte er in Jugendmannschaften selbst für den Bildstocker Verein gespielt, als Mittelstürmer, aber auch auf den Außenpositionen im Angriff, „denn ich hatte einen guten rechten und einen guten linken Fuß“. 1966 dann das bittere Ende der Fußballerlaufbahn. „In einem Spiel gegen die DJK Bildstock habe ich mich bei einem Pressschlag am Knie verletzt“, blickt Neis zurück. Zunächst sei die Schwere der Blessur nicht erkannt worden, ehe ihn ein Arzt vor die Wahl stellte: „Entweder hören Sie auf mit dem Fußball oder Ihr Bein ist in Gefahr.“

Gustav Neis ließ die Vernunft walten, auch wenn’s schwer fiel, nicht mehr dem runden Leder hinterherzujagen. Schon seine mittlerweile verstorbenen Eltern hatten Spaß am Fußball. Sein Vater Gustav war 35 Jahre als Schiedsrichter im Einsatz, seine Mutter Anna war glühende Anhängerin des 1. FC Saarbrücken, in Fan-Kreisen als „Oma Neis“ aus Bildstock bekannt. Und zwei der fünf Enkel von Gustav Neis und seiner Ehefrau Anita folgten der Familientradition: Julian trägt, wie einst der Großvater, als Mittelstürmer das Trikot der Hellas. Auch Enkeltochter Michele war Fußballerin, ehe sie von einer schweren Knieverletzung gebremst wurde.

Als Platzwart hält Gustav Neis, der früher sein Geld als Kokereiarbeiter in Fürstenhausen verdiente, nicht nur den Kunstrasen und das Drumherum auf der Hellas-Sportanlage in Schuss, er ist auch der Grillmeister. Seit 20 Jahren verkauft er bei den Heimspielen der 1. und 2. Mannschaft Rostwürste, auf Holzkohle zubereitet. „An guten Tagen gehen 150 Würste weg, an weniger guten sind es vielleicht nur 80“, sagt er im Gespräch mit der SZ. Und immer, wenn er nett gefragt wird, wirft er den Schwenker an, bei Festen von Jugendmannschaften zum Beispiel. Oder bei den Hoferkopfspielen, der Traditionsveranstaltung des SV Hellas 05 Bildstock auf der Sportanlage am Maybacher Weg.