Gummitwist und Mikado statt Smartphone und Laptop

Gummitwist und Mikado statt Smartphone und Laptop

Ein Spielefest für junge Leute hat der Arbeitskreis ,,Familienfreundliches Friedrichsthal“ ins Leben gerufen. Und ist nicht auf taube Ohren gestoßen. Viele Mädchen und Jungen vergnügten sich über Stunden am Rathaus.

Wer am Dienstagnachmittag am Rathaus vorbeikam, kam schnell ins Stutzen. Auf der Fläche neben dem ehrwürdigen Gebäude, wo sonst eher Leere herrscht oder Autos parken, wuselten viele Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Sie bevölkerten für mehrere Stunden das Gelände, spielten und tobten auf dem Rathaus-Vorplatz. Dort hatte sich nämlich der Arbeitskreis ,,Familienfreundliches Friedrichsthal " mit einem Kinderfest versucht. Eine Idee, die rundum gelungen scheint.

Rundum gelungen

"Das ist heute die Premiere. Wir machen alle zwei Jahre eine größere Veranstaltung", erklärte Anne Hauptmann die Hintergründe im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Gedanke sei schon früh da gewesen. Dann sei es, so die Beigeordnete, "hopplahopp" gegangen. Wie sie mitteilte, habe man sich mit der Grundidee am traditionellen Lausbuben- und Görenfest von St. Ingbert orientiert. Die Kinder, die nicht mit ihren Eltern wegfahren wollen oder können, sollen auf jeden Fall ein Angebot haben, so der Gedanke. Und das war am zweiten Tag der aktuellen Sommerferien in einer Vielfalt da, wie man sie sonst kaum kennt. "Was spielen die, was spielen wir?", hatten sich die Macher im Vorfeld überlegt und dabei auch Spiele im Sinn, die man hierzulande wenig oder gar nicht kennt. Unterm Strich konnten die Organisatoren feststellen, dass es keines großen Aufwandes bedarf, reichlich Kurzweil und Abwechslung zu bieten.

"Man kann auch mit einfachen Dingen Spaß haben", so Anne Hauptmann. Da schien wirklich etwas dran zu sein. Wenn man über den Platz blickte, konnte man Ballspiele und Gummitwist entdecken. Wann hat man so etwas in den Straßen unserer Region in jüngster Zeit schon mal gesehen? Viele Kinder wechselten mit Freude die Spielstationen. Sie machten den Eindruck, als könnten sie sich nicht so richtig zwischen den schönen Angeboten entscheiden. Aber das täuschte. Es ging eher in die Richtung, dass hier ein Angebot herrschte, auf das man irgendwie gewartet hat. Ohne dass man konkret was davon wusste. Ein Indiz dafür, dass man durchaus den Nachwuchs hinter Smartphone und PC hervorlocken kann.

Mit von der Partie waren auch die Pfadfinder. Sie führen gerade ein Zeltlager durch und hatten Besuch von Freunden aus Luxemburg. Es versteht sich von selbst, dass diese genauso in das Geschehen auf dem Platz in der Schmidtbornstraße eingebunden waren wie so mancher Erwachsene, der den Weg dahin gefunden hatte. Sicherheitshalber hatte man für den Fall, dass schlechtes Wetter herrschte, die Bismarckhalle reserviert. Das war bei hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad überflüssig, wegen des schlechten Wetters über Wochen dennoch ein rühmlicher Aspekt der Absicherung. Wichtig war den Organisatoren auch, dass die syrischen Neubürger auf alle Fälle mit eingebunden werden. Das gelang vor allem durch das Zutun der Caritas-Gemeinwesenarbeit. Sie koordinierte die Veranstaltung ebenso mit. Hilfe kam überdies von Nour Kandaluft, der Integrationsbeauftragten der Stadt Friedrichsthal . Zwei Syrer waren in die Vorbereitungen aktiv eingebunden. Einer von ihnen ist Omar Aldarra, der auch beim THW - ebenfalls am Spielefest beteiligt - engagiert ist. "Die Familie trifft sich, und man redet miteinander", lobte er die Idee von "Friedrichsthal spielt". "Der Rathausplatz wird zum Spielplatz", zeigte sich indessen als Schirmherr Bürgermeister Rolf Schultheis angetan von dem Treiben vor seiner Haustür.