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Friedrichsthaler Wasserballer machen Trockenübungen

Sport in Corona-Zeiten : Wasserballer machen Trockenübungen

Seit Montag ist das Friedrichsthaler Freibad wieder geöffnet. Sport mit Körperkontakt ist jedoch weiter verboten.

Seit Montagabend dürfen sie wieder ins Nass – wenn auch nur für „Trockenübungen“. Nach der Öffnung des Friedrichsthaler Freibades können auch die Wasserballer des SV Friedrichsthal wieder dort trainieren. Allerdings ohne Körperkontakt, weil der wegen der Ansteckungsgefahr nach wie vor verboten ist. Denn für die Sportler gelten im Becken die gleichen Regeln wie für alle anderen auch. Vor allem: Abstand halten.

„Wir werden zunächst daran arbeiten, konditionell wieder auf einen guten Stand zu kommen. Viele haben sich zwar durch Radfahren oder Joggen fitgehalten, aber Schwimmen ist dann doch etwas anderes“, sagt Wasserballwart Lukas Mathieu. Die gute Kondition braucht es im Wasser vor allem für die Kraft der Arme. Diese kann zusammen mit der Balltechnik schon mit einfachen Pässen und Torwürfen trainiert werden.

„Mitte letzter Woche kam die Zusage, dass das Konzept für die Öffnung des Bades akzeptiert wird, und danach ging es ganz schnell. Wir hatten eine wirklich tolle Kommunikation mit den Verantwortlichen und bekamen zeitnah die Einweisung, was wir machen können und was nicht“, lobt Mathieu die Stadt. „Der Bäderbetrieb ist sehr kooperativ und schließt das Bad schon um 19 Uhr, sodass es im Anschluss die Vereine nutzen können“, schließt sich der 1. Vorsitzende des SVF, Jochen Donnevert, an und erklärt: „Deshalb ist unsere Trainingszeit zwar auf etwas nach hinten verschoben, aber ein paralleler Trainingsbetrieb zum Normalbetrieb ist aufgrund der Regelungen nicht möglich.“

Der SVF ist erst der dritte Verein der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, der wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen ist. Die Fortsetzung der jungen Saison scheint daher unrealistisch: „Selbst wenn alle Teams wieder trainieren könnten, müsste erst einmal die Erlaubnis für den Körperkontakt im Wasser gegeben sein. Und zwar für 14 Personen gleichzeitig“, sagt Lukas Mathieu und findet: „Es ist wohl utopisch, dies in den nächsten ein, zwei Monaten zu realisieren. Das wäre aber notwendig, weil ja im Herbst schon wieder die neue Runde beginnen soll.“

2019 feierte der SVF als Oberliga-Meister und Rheinland-Pfalz/Saarland-Pokalsieger große Erfolge. Den Aufstieg in die 2. Bundesliga nahm der Verein aber aufgrund der zu jungen Altersstruktur im Team sowie der finanziellen Mehrbelastung nicht wahr. Vor der coronabedingten Saisonunterbrechung stand das Team von Spielertrainer Andrzej Szczurkiewicz wieder auf Platz eins der – allerdings nicht bereinigten – Oberligatabelle. „Wir haben erst drei Spiele absolviert und keines davon gegen andere Spitzenteams. Andere haben dagegen erst ein Spiel auf dem Konto. Die Tabelle ist also nicht aussagekräftig“, erklärt Wasserballwart Mathieu und stellt klar: „Aus unserer Sicht ist die Saison zu annullieren. Ich möchte jedenfalls so nicht zum Meister erklärt werden. Am liebsten würde ich die Runde fortsetzen.“ Der mögliche Aufstieg bleibt aus den genannten Gründen aber weiter kein Thema.

Kein Thema sind auch finanzielle Sorgen durch Corona: „Wir finanzieren uns in erster Linie über die Mitgliedsbeiträge. Die einzigen Kosten, die wir haben, betreffen die Hallenbad-Miete. Und die ist ja in den vergangenen Monaten aufgrund der Schließung des Bades weggefallen“, erklärt Jochen Donnevert und ergänzt: „Daher haben wir durch Corona keine finanziellen Probleme. Wir konnten den Mitgliedern sogar die Umlage für die Hallenmiete für das zweite Quartal erlassen.“