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Lösung in Sicht
Feuerwehrschule in Hauptrettungsstelle?

Das markante „Gesicht“ der früheren RAG-Hauptrettungsstelle am Ostschacht in Friedrichsthal. Die Jugendstil-Anlage wurde 1907 erbaut.
Das markante „Gesicht“ der früheren RAG-Hauptrettungsstelle am Ostschacht in Friedrichsthal. Die Jugendstil-Anlage wurde 1907 erbaut. FOTO: Fred Kiefer
Friedrichsthal. Die RAG bestätigt das Interesse der Landesfeuerwehr an dem denkmalgeschützten Gebäudekomplex in Friedrichsthal. Von Fred Kiefer

Das Ensemble des früheren Margaretenschachtes in der Ostschachtstraße in Friedrichsthal gilt als eine der markantesten Hinterlassenschaften der Saarbergwerke und späteren Ruhrkohle AG im Saarland. Die 1907 im Jugendstil erbaute Anlage zeugt von den einstigen Herren, dem preußischen Bergfiskus. Ende des 19. Jahrhunderts als Seilfahrts- und Wetterschacht der Grube Maybach errichtet, diente die als Ostschacht bezeichnete Anlage ab 1935/36 als Hauptrettungsstelle der saarländischen Gruben.


Das Fördergerüst wurde 1967 samt der Fördermaschine demontiert, und der Schacht wurde verfüllt. Im Jahr 2004 wurde die Hauptrettungsstelle von Friedrichtsthal in die Schachtanlage Duhamel nach Ensdorf verlegt. Die Liegenschaft in Friedrichsthal ging danach in die Obhut der RAG Montan Immobilien über, die gemeinsam mit der Stadt Friedrichsthal versuchte, einen neuen Nutzer für die zwischenzeitlich unter Denkmalschutz gestellte Anlage zu finden. Die Bemühungen scheiterten jedoch laut dem Prokuristen des Unternehmens, Rudolf Krumm, an der verkehrsungünstigen Lage und den Auflagen des Denkmalschutzes.

Die SZ berichtete am 10. Juni 2011 unter dem Titel „Komplex im Dornröschenschlaf“ über die frühere Hauptrettungswache. Bei einem Besuch der SZ der RAG Montan Immobilien in Ensdorf teilte Prokurist Krumm nun mit, dass die Feuerwehr des Landes Interesse zeige, ihre Schule in dem Gebäudekomplex unterzubringen. Krumm meint dazu: „Es wäre für uns ideal, wenn wir die Feuerwehr als Nutzer gewinnen könnten“. Im gleichen Zusammenhang berichtet er, dass derzeit für das 65 Hektar große Areal der Halde Maybach gemeinsam mit Friedrichsthal und Sulzbach ein Nutzungskonzept entwickelt werde. Und zwar sollen der Kegelstumpf begrünt und das zwölf Hektar umfassende Plateau als Gewerbegebiet angelegt werden. Dazu, so Krumm, werden etliche Kubikmeter Erdmassen zur Auffüllung benötigt, die jedoch nicht von heute auf morgen beschafft werden könnten.



Die Halde Lydia im Bereich der Gemeinde Quierschied mit einer Fläche von 69 Hektar liegt mit ihrer Flanke zur Grühlingstraße hin noch im Oxidationsbereich, sodass sie zu erst saniert werden muss, ehe es für sie eine neue Verwendung geben könne. Das heißt, die betroffenen Fläche muss mit Erdmassen abgedeckt werden, um die Sauerstoffzufuhr zu unterbinden. Zusätzlich müssen die steilen Böschungsseiten abgeflacht werden. Hierzu müssen 600 000 Kubikmeter Erdmassen bewegt werden.

Die dritte Fläche, die demnächst saniert wird, ist die Halde „Nördlich der Fischbachtalbahn“. Die beiden Becken des früheren Absinkweihers der Grube Camphausen werden mit Erdmassen von der Halde Lydia aufgefüllt, ehe für sie eine neue Verwendung geplant wird, berichtet Rudolf Krumm.