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Ex-Fremdenlegionär sprengte Automaten

Ex-Fremdenlegionär sprengte Automaten

In der Nacht zum vergangenen Freitag wurde ein Ticketautomat auf dem Bahnsteig in Merchweiler gesprengt. Der Tatverdächtige wurde inzwischen gefasst – somit kann er nicht der Täter sein, der gestern einen Fahrkartenautomaten in Friedrichsthal sprengte.

Ein ehemaliger Fremdenlegionär soll den Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn auf dem Bahnsteig am Bahnhof in Merchweiler gesprengt haben. Der vorbestrafte 35-Jährige wurde nach Angaben der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft am Samstag in einem Hotel in Frankfurt am Main festgenommen. Bei sich habe er Campinggaskartuschen, Schlauch, Feuerzeug und Stemmeisen gehabt. Mit diesen Gegenständen habe er ein Gasgemisch hergestellt, unter dessen Einsatz der Beschuldigte insgesamt fünf Fahrkartenautomaten in vier Bundesländern gesprengt haben soll. Der vorbestrafte Tatverdächtige befindet sich zurzeit in Untersuchungshaft. Bereits 2014 wurde der Mann vor dem Landgericht Darmstadt wegen der Sprengung von 31 Fahrkartenautomaten zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Erst Anfang August wurde er aus dem Gefängnis entlassen. Schon Mitte August soll er im Darmstadt wieder einen Automaten gesprengt haben. Danach wurde er in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland aktiv. Der von dem Beschuldigten verursachte Sachschaden beläuft sich auf 160 000 Euro. Insgesamt habe er 6000 Euro erbeutet, darunter auch etwa 2000 Euro aus dem Ticketautomaten in Merchweiler.

Ein Zusammenhang zwischen dem zerstörten Ticketautomaten in Merchweiler und einer ähnlichen Tat in Friedrichsthal ist somit ausgeschlossen. In Friedrichsthal hatten Unbekannte am frühen Montagmorgen mit einem Sprengstoff den Fahrkartenautomaten auf dem Bahnsteig zerstört. Es entstand ein Schaden in Höhe von 25 000 Euro. Die Täter gingen jedoch leer aus. Wie der Sprecher der Bundespolizei , Dieter Schwan, mitteilte, war die Bahnstrecke zwischen Saarbrücken und Neunkirchen bis 7.15 Uhr vollgesperrt. Erst als ausgeschlossen werden konnte, dass sich weiterer Sprengstoff in dem Automaten befindet, und die Spuren gesichert waren, wurde der Bahnverkehr wieder freigegeben. Jetzt ermittelt das Landespolizeipräsidium. Die Sperrung hatte erhebliche Auswirkungen auf den Bahnverkehr: Vier Züge mussten komplett ausfallen, 13 Züge wurden umgeleitet. Auch der Pendlerverkehr war betroffen: 23 Züge hatten insgesamt 191 Minuten Verspätung.