1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Friedrichsthal

Erster Flohmarkt auf dem Bildstocker Kallenberg ein großer Erfolg

Premiere am Bildstocker Kallenberg : Schnäppchenjäger strömen zum Flohmarkt

An den Autokennzeichen konnte man ablesen, woher die Gäste und Verkäufer am Sonntag zum ersten Flohmarkt am Kallenberg in Bildstock angereist waren –  aus Homburg, St. Wendel, Zweibrücken, Kusel, Saarlouis oder Kaiserslautern.

Es hatte sich herumgesprochen. Der letzte Flohmarktbesuch liegt etliche Monate zurück.

Es gibt kaum einen Besucher, der nicht mit gefüllten Taschen oder einem Karton im Arm das Gelände verließ. Andreas Feindel aus Sulzbach geht zu seinem Auto. Eine alte Kaffeemühle in der einen Hand, eine Tüte mit BVB-Fanartikeln in der anderen. „Ich lade die Sachen nur schon mal ins Auto und gehe dann wieder zurück“, verrät er lächelnd, denn Frau und Sohn stöbern noch weiter an den Ständen. „Der Kleine hat sich die gelb-schwarzen Wimpel von seinem eigenen Taschengeld gekauft, er ist ein großer Fan des Dortmunder Fußballclubs.“

Trotz trüber Wetteraussichten herrschte reger Betrieb im Sportpark. Das Nachbargelände der RAG ist zwischenzeitlich gerodet und von Wildwuchs befreit und erlaubt nun einen freien Blick auf den alten, rostroten Förderturm, der erhaben über dem Gelände thront. Im Dunkeln wird er künftig schön angestrahlt werden. Wir treffen den Vereinsvorsitzenden Heinz Eigner. Ist er zufrieden mit der Flohmarktpremiere auf dem DJK-Gelände? „Sehr!“ sagt er und strahlt über das ganze Gesicht. „38 Händlerinnen und Händler sind da und bieten ihre Waren an.“ Ob es an den günstigen Standgebühren liegt oder dass es so wenige Flohmärkte in diesem Jahr gegeben hat, jedenfalls sieht man allerorts vor und hinter den Ständen zufriedene Gesichter. Ob Kleidung, Geschirr, Schallplatten, Spielsachen oder Bücher – hier wird man alles los. Auch Sammler werden schnell fündig. Uhren, Münzen, Autominiaturen, Postkarten und Briefmarken wechseln ihre Besitzer. Es wird gehandelt, gefeilscht, gefachsimpelt und gelacht. Am Ende sind alle zufrieden.

„Das Geschäft läuft super“, bestätigt eine Händlerin aus Kusel-Altenkirchen. „Die Besucher kommen nicht nur zum Schauen, sie kaufen auch richtig viel ein.“ Sie hat über Mundpropaganda vom Markt erfahren. Ob es nicht ungewöhnlich sei, dass im ungemütlichen November ein Flohmarkt veranstaltet wird? „Nein, gar nicht. Ich bin demnächst noch in Blieskastel, Zweibrücken, Kaiserslautern und Saarlouis“, verrät uns die rothaarige Dame. „Obwohl wir überall informiert hatten, dass der Aufbau erst um 9 Uhr beginnen sollte, waren schon ab halb sieben die ersten Händler da und scharrten mit den Füßen“, erzählt der zweite Vorsitzende Florian Kern. „Rund 20 Autos standen Schlange, so dass wir dann bereits um 8 Uhr geöffnet haben. Da begann erst einmal der Run auf die besten Plätze.“

Dabei war hier jeder Platz ein guter. Viele Händler saßen überdacht hinter ihren Tischen oder hatten Pavillons dabei. Die Wege zum WC und zur Verpflegung waren sehr kurz. Die Autos konnten größtenteils direkt am Stand stehen – ideale Verhältnisse also. Das findet auch Oliver Jeko aus Saargemünd, der besondere antike Sammlerstücke anbietet. „Wir sind gerade erst umgezogen, und in der neuen Wohnung ist nicht mehr so viel Platz“, erzählt er. Eine alte Geige ist dabei, viele Dekorationsstücke aus Keramik, Glas und Kristall, Figuren von Goebel, eine Lampe im Jugendstil und etliches mehr. Birgit Gierkens und Dietmar Groß aus Bubach erstehen bei ihm eine tiefblaue Keramikkanne mit dem Emblem der Firma „Pernot“. „Die hat eine richtig schöne Form. Die gibt es so kaum zu kaufen, gab es eigentlich nur für die Gastronomie und wird als Wasserkrug benutzt, um Pastis zu verdünnen“ sagt die gut gelaunte Kundin. Sie freut sich sichtlich über das Schnäppchen. „Bei uns gibt es traditionell jeden Sonntag ein Glas Pernot. Schon mein Vater hat das so gemacht, seit dem er 1918 beruflich in Marseille war.“ Mit dieser Kanne wird dieser alte Brauch sicherlich noch schöner.

Insgesamt war der Flohmarkt also ein weiterer Erfolg im Veranstaltungskalender der DJK. Der nächste Flohmarkt im Jubiläumsjahr 2022 steht schon fest. „Voraussichtlich im April wird er stattfinden, wir nehmen jetzt schon Anmeldungen entgegen – knapp 20 Händlerinnen und Händler haben bereits zugesagt“, berichtet Florian Kern. Die gepflegte Anlage bietet für alle geplanten Veranstaltungen ausreichend Platz. „Und am 27. und 28. November heißt es dann auf dem umzäunten Sportpark: Wir bringen Weihnachten zurück!“, kündigt Vorsitzender Eigner an: ein Weihnachtsmarkt auf dem Kallenberg-Gelände. „Wir können problemlos Corona-Auflagen erfüllen und Kontrollen durchführen. Wir werden Kulinarisches und Weihnachtsmarkt-Typisches anbieten und freuen uns auf viele Besucherinnen und Besucher.“