Erdöl und Gas? Es geht auch ohne

Friedrichsthal. Es könnte ein Vorzeigeprojekt für die Stadt, ja sogar für das Saarland werden: Auf dem Gelände der ehemaligen Jeansfabrik in der Hölderlinstraße möchte die Planungsgesellschaft Arcinplan aus Trier einen Wohnpark errichten. Das Gelände ist rund 8000 Quadratmeter groß

Friedrichsthal. Es könnte ein Vorzeigeprojekt für die Stadt, ja sogar für das Saarland werden: Auf dem Gelände der ehemaligen Jeansfabrik in der Hölderlinstraße möchte die Planungsgesellschaft Arcinplan aus Trier einen Wohnpark errichten. Das Gelände ist rund 8000 Quadratmeter groß. Die noch vorhandene Halle soll abgerissen werden, entstehen sollen 25 Einfamilienhäuser als Doppel- und Reihenhäuser und ein Spielplatz. Für die Erschließung müsste die Hölderlinstraße im nördlichen Bereich um etwa 40 Meter verlängert werden. Die Dächer aller Häuser sind in Süd-West-Ausrichtung geplant. Durch die Topografie des Geländes ergeben sich zwei Ebenen in unterschiedlicher Höhenlage. Für die Häuser im unteren Bereich sind Carports für je zwei Autos pro Haus geplant. Im oberen Bereich ist eine Tiefgarage vorgesehen. Der Clou des Ganzen: Es sollen so genannte Null-Energie-Häuser entstehen. Als Energiequellen sollen Erdwärme, Photovoltaik und Solarthermie genutzt werden. Markus Hetrich, Prokurist und Projektleiter von Arcinplan, hat jetzt das Vorhaben dem Friedrichsthaler Stadtrat vorgestellt. Die Pläne stießn bei den Ratmitgliedern nicht auf taube Ohren. Ihre Empfehlung: Das Bauamt soll die Planungen positiv begleiten. Bürgermeister Rolf Schultheis sprach von einer innovativen Idee, die voll im Trend liege. Nach Angaben von Markus Hetrich soll eine Wohnanlage geschaffen werden, die sich aus der Topographie und Nord-Süd-Orientierung des Geländes entwickelt. Vision ist die Schaffung einer nahezu energieautarken Wohnsiedlung durch den Einsatz von Photovoltaik und solarer Wärmeerzeugung. Häuser mit gleichen Stilelementen bilden ein geschlossenes Bild der Anlage in einem städtebaulichen Siedlungscharakter. Geplant sind zwei Haustypen - mit 140 beziehungsweise 150 Quadratmetern Wohnfläche, verteilt auf Erd- und Obergeschoss. Je Haus sind auf dem Dach zwischen 70 und 90 Quadratmeter Solarmodule vorgesehen. Dazu kommen sieben bis acht Quadratmeter für Solarthermie in den Brüstungen der Balkone. Noch nicht festgelegt ist die Bauweise. Hetrich: "Es kann klassisch Stein auf Stein gebaut werden. Denkbar ist auch eine Holzständerbauweise oder die Verwendung von Lehm als Baustoff." Die Kosten für ein Haus beziffert Hetrich auf rund 300 000 Euro - schlüsselfertig inklusive Grundstück. Bauträger ist die Firma Nova-Massivhaus aus Eppelborn. Sie wird in den nächsten Wochen in die Werbephase eintreten. Wenn sich genügend Interessenten finden, kommt die nächste Phase: das Bebauungsplanverfahren. "Hier kann sich der Bauträger unserer Unterstützung sicher sein", sagt Robert Immesberger, der Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt bei der Stadt Friedrichsthal. Ansprechpartner ist die Firma Arcinplan, Telefon (0651) 998 39 01.

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