Eine untypische Vorbereitung

Trotz personeller Probleme geht der SC Friedrichsthal um Trainer Andreas Fellhauer optimistisch in die Saison. Das Selbstvertrauen holten sich die Friedrichsthaler bei guten Auftritten in Testspielen gegen höherklassige Gegner.

Fußball-Saarlandligist SC Friedrichsthal hat eine eher untypische Saisonvorbereitung hinter sich. Vor dem Auftaktspiel an diesem Sonntag, 15 Uhr, zu Hause gegen den FV Eppelborn hat das Team um Trainer Andreas Fellhauer in den vergangenen Wochen eine wahre Fülle an Vorbereitungsspielen bestritten. Dabei wurde es dem SC nicht leicht gemacht, er traf unter anderem auf den 1. FC Saarbrücken , den FC Homburg und den FV Diefflen. Das waren alles "gewaltige Hausnummern", sagt Fellhauer. Man habe sich aber bewusst gefordert. "Letztlich haben wir uns in allen Spielen - auch in denen gegen hochklassige Gegner - mehrere Torchancen erarbeiten können. Selbst gegen den 1. FC Saarbrücken haben wir einmal getroffen."

Die Offensive ist also recht gut aufgestellt, auch wenn die Rolle des Mittelstürmers nicht fest besetzt ist. Fellhauer nimmt es gelassen: "Wir haben quasi dasselbe Problem wie die deutsche Nationalmannschaft. Uns fehlt ein Mario Gomez. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das durch die Breite der Mannschaft kompensieren können. Außerdem ist das Transferfenster noch eine Zeit lang offen. Da kann sich durchaus etwas ergeben."

In puncto Transfers hatte der SCF schon einmal Glück. Nach dem Wechsel von Torhüter Jan Tjaden zum Saarbrücker SV verpflichtete der Verein Matthias Kuhn von den SF Köllerbach und damit einen der stärksten Torwart der Liga. Der gebürtige St. Ingberter soll die Stütze in der Abwehr bilden. Und die war schon in der vergangenen Spielzeit nicht leicht zu bezwingen. Die Friedrichsthaler beendeten die letzte Saison mit gerade einmal 54 Gegentoren. Und trotzdem sieht Fellhauer Steigerungspotenzial: "Wir wollen die Defensive weiter verstärken und den Durchschnitt der Gegentore in der Liga noch weiter unterbieten." Der lag in der letzten Saison bei 62 Treffern pro Team. Es gehe aber nicht nur darum, die Gegentore zu minimieren. "Wenn die Defensive steht, kann man ein kontrolliertes Spiel nach vorne aufbauen. Und wenn der Gegner im Ballbesitz ist, dann fängt die Defensive eben am gegnerischen Sechzehner an." Auch die Stürmer sind bei Fellhauer also mit Abwehraufgaben betraut. Das ermöglicht dem Team eine variable Spielweise.

In der kommenden Saison will der SC Friedrichsthal wieder oben mitspielen und die Vorjahresplatzierung toppen. "Wir wollen auf jeden Fall unter die ersten Fünf kommen, auch wenn die Liga in diesem Jahr wesentlich ausgeglichener sein wird als im Vorjahr", sagt Fellhauer.

Die Ziele sind also klar abgesteckt. Und das trotz personeller Probleme. Mittelfeldspieler Sascha Lang fällt wegen eines Muskelfaserrisses für voraussichtlich drei Wochen aus, Dominik Boos musste sich kürzlich einer Schambeinoperation unterziehen und ist drei Monate nicht verfügbar. Auch Fabrice Peter und Ersatz-Torwart Gessner sind nicht fit. Der Trainer des SCF kann derzeit nur auf zwölf Feldspieler zurückgreifen. Zum Glück für die Friedrichsthaler schaffte die zweite Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksliga. Das Leistungsniveau der beiden Teams liegt jetzt etwas näher beisammen, sie können sich gegenseitig aushelfen.

Dennoch bleibt Trainer Fellhauer optimistisch: "Das wird zwar ein starker Aufgalopp für uns, aber das Selbstvertrauen ist da. Auch wenn es ein Spiel auf Augenhöhe wird, können und wollen wir daheim gewinnen."

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Auf einen Blick: Zugänge beim SC Friedrichsthal : Onur Dede (SV Remmesweiler), Fabrice Peter (SC Heiligenwald), Julian Weiersbach (Vatanspor Bad Homburg), Matthias Kuhn (SF Köllerbach), Fabian Gessner (SV Hirzweiler-Welschbach), Nino Kannengießer (SV Elversberg II), Jannick Fink (SG DJK Bildstock), Felix Florsch (SF Reinheim). Abgänge: Louis Coupelli (SV Wustweiler), Amin Abdouni (unbekannt), Christoph Hub (Karriere-Ende), Thorsten Bickelmann (SV Bliesmengen-Bolchen), Luca Dimitrijevic (SV Eintracht Trier ), Jan Tjaden (Saarbrücker SV). dix

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