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Eine Stadt dankt ihren vielen Helfern

Eine Stadt dankt ihren vielen Helfern

Zu Beginn des neuen Jahres sprach die Stadt in Person ihres Bürgermeisters Rolf Schultheis nicht nur Dank aus. Er betonte die körperliche und seelische Belastung der vielen Helfer. Die Gäste hatten danach genügend Zeit für Gespräche.

Es ist die Zeit der Neujahrsempfänge. Und gerade auf kommunaler Ebene werden diese Veranstaltungen von Amtsträgerinnen und -trägern gerne genutzt, um eigene Leistungen und Errungenschaften in ein besonders gutes Licht zu rücken und - gerade in Wahljahren wie diesem - erste kleine Giftpfeile in Richtung politisch Andersdenkender abzuschießen. Fast gänzlich und damit wohltuend von dieser Praxis abgehoben hat sich der Neujahrsempfang der Stadt Friedrichsthal gestern. Bürgermeister Rolf Schultheis (SPD ) stellte im Sitzungssaal des Rathauses wieder einmal Menschen in den Mittelpunkt, deren ehrenamtliches Engagement leider allzu oft als Selbstverständlichkeit hingenommen wird. Schultheis erinnerte an die Starkregenereignisse des vergangenen Frühsommers und daran, dass Freiwillige Feuerwehr und Technisches Hilfswerk in zahllosen Einsatzstunden schlimmere Schäden vermieden haben. "Aber nicht nur bei Unwetterereignissen können wir uns auf die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer verlassen. Auch bei Bränden oder Verkehrsunfällen stehen sie bereit und verrichten ihren nicht einfachen Dienst", sagte Schultheis und erläuterte, warum solche Einsätze für die Helfer eine große Belastung darstellen können: "Sie müssen auch mit dem Erlebten klarkommen. Nicht nur körperlich, auch seelisch werden sie dabei gefordert."

Der Friedrichsthaler Bürgermeister dankte aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung sowie den zahlreichen Freiwilligen, die sich um die Integration der derzeit rund 200 Flüchtlinge in der Stadt bemühen. Migration sei ein weltpolitisches Problem, dessen Folgen auch in den Kommunen aufgefangen werden müssen. "Es macht mich nachdenklich, wenn man in England glaubt, die Insel könnte auch ganz alleine existieren oder wenn sich die USA ihren 45. Präsidenten wählt. Gleichzeitig wird in der Türkei das Parlament entmachtet. In Koblenz treffen sich Rechtsextreme und versuchen, die Idee von Europa zu zerbrechen. Und das nach 70 Jahren Frieden auf diesem Kontinent", blickte Schultheis über den Tellerrand und dann doch voraus Richtung Wahljahr 2017. Er forderte die Bürgerinnen und Bürger auf, von "ihrem schwer erkämpften" Wahlrecht Gebrauch zu machen und "dafür zu sorgen, dass extremistische Randgruppen nicht durch Wahlenthaltung mehr Bedeutung erlangen, als ihnen zusteht."

Der Friedrichsthaler Verwaltungschef "kehrte" aber auch vor der eigenen Haustür. Für 2017 kündigte er angesichts der Haushaltskonsolidierung weitere schwere Entscheidungen an. Dabei soll unter anderem ein Sportstättenkonzept helfen, bei dem auch das Thema Schwimmbäder nicht außen vor bleiben dürfe. "Ich bin froh, dass wir unsere Bäder nicht geschlossen haben", sagte Schultheis, "denn das Schließen von Schwimmbädern saniert keinen Haushalt." Friedhöfe, die gemeinsame Kompostieranlage mit Spiesen-Elversberg oder die interkommunale Zusammenarbeit mit Quierschied und Sulzbach sind weitere zentrale Arbeitsfelder des gerade begonnenen Jahres. Nach nur gut 50 Minuten war der offizielle Teil des Neujahrsempfangs beendet, dessen musikalische Begleitung Nikhil Schmidt (Flügel) und Anika Arend (Saxofon) übernommen hatten. Dies ließ den gut 150 Gästen - darunter auch der Sulzbacher Beigeordnete Jürgen Reimertshofer - Raum für intensive Gespräche. Und auch das kam sehr gut an.