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Ein Turmgeist erzählt Anekdoten

Friedrichsthal. Wolfgang Domma klärt in seinem Werk unter anderem auf, was den Musiker Frank Farian mit Friedrichsthal verbindet. Der Verkaufserlös geht an den Förderverein Hoferkopfturm. Heute beginnt um 18 Uhr in der Hellas-Klause eine Lesung. Christof Müller

Foto: Müller

Dem Friedrichsthaler Autor Wolfgang Domma ist gelungen, woran sich schon mancher Buchschreiber vergeblich versucht hat, wenn er die Geschichte seiner Stadt aufschrieb. Keine bloße Abhandlung von Zahlen und Fakten sollte es werden.

In seinem neuen Werk "Der Turmgeist erzählt" beleuchtet Domma die vergangenen 80 Jahre Friedrichsthaler Historie in humorvollen Anekdoten. Hauptschauplatz ist dabei das Gebiet um den Hoferkopf. Aus der Erzählperspektive des Turmgeists Friederich wirken seine "Friedrichsthaler Geschichte und Geschichten" (so der Untertitel) dabei nicht belehrend. Vielmehr beobachtet Friederich vom Hoferkopf aus die Stadt und ihre Einwohner und erzählt, was er in Friedrichsthal , Bildstock und Maybach alles sehen und erleben konnte: "Das Buch ist mehr ein Wachrütteln, dass es da noch einen Turmgeist gibt, der auch wieder einen Turm haben will. Es ist kein reines Geschichtsbuch. Vielmehr habe ich versucht, Geschichte in die Geschichten zu verpacken."

Doch wie kam Domma an die Anekdoten? Soviel steht fest: "Der Turmgeist bin ich, und es sind Sachen, die meine Eltern und ich erlebt haben." Auch Freunde hätten Erfahrungen beigesteuert. Untermauert sind sie mit Fakten, die der Autor in mehrmonatiger Recherche zusammengetragen hat. Dabei herausgekommen ist ein unterhaltsames, meist lockeres, teilweise aber auch nachdenklich geschriebenes Buch über die jüngere Historie der Stadt Friedrichsthal und ihrer Einwohner: "Es sind über 15 verschiedene Kapitel. Interessant ist etwa, wo früher in der Stadt die Musik gespielt hat. Das begann in den 60er Jahren in der Grünen Laterne mit Frank Farian and the Shadows. Die sind dort eine Zeit lang fast jedes Wochenende aufgetreten", erinnert sich Wolfgang Domma: "Damals waren sie noch nicht so bekannt. Der Durchbruch kam erst später." Doch nicht nur Heiteres ist zu lesen: "Der Turmgeist berichtet auch, wo in der Stadt Menschen im Kriege durch Luftangriffe zu Tode kamen!"

Ein wenig Verzögerung

Die Idee zu seinem alternativen Geschichts- und Geschichtenbuch kam bei Wolfgang Domma mit ein wenig Verzögerung. Nach einem Märchenbuch, das vor allem seine Enkelkinder verschlingen, schrieb er zunächst eine Grillfibel mit deftigem Humor: "Letztere wurde nie übersetzt. Deshalb ist es interessant, dass gerade das Grillbuch von vielen Engländern regelmäßig geordert wird", klärt der Autor auf: "Wahrscheinlich liegt das auch an den Zeichnungen". Doch nach diesem Buch war seine neue Mission klar: "Ich bin der Meinung, man muss jetzt auch mal was tun für den Turm. Friedrichsthal braucht wieder einen Turm auf dem Hoferkopf." Und dann erinnert sich Domma, wie er in jungen Jahren auf dem Turm war: "Ohne Turm kann man seine Heimat so nur aus dem Flugzeug sehen!" Und damit bald wieder einer gebaut werden kann, hat der pensionierte Bankdirektor sein Werk dem Förderverein Hoferkopfturm zur Eigenvermarktung überlassen. Der Verein hat es drucken lassen und darf im Gegenzug die Erlöse zur Unterstützung behalten.

Heute liest Domma aus seinem Werk vor. Die Buchpräsentation beginnt um 18 Uhr in der Hellas-Stadionklause, Am Maybacher Weg. Kaufen kann man "Der Turmgeist erzählt" für 12 Euro in mehreren Geschäften in Bildstock und Friedrichsthal und am 28. November auf dem Friedrichsthaler Weihnachtsmarkt.