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Ein schönes Pflänzchen namens Paul

Bildstock. Alljährlich wird der Tag des Baumes feierlich begangen. Und dieses Jahr steht der Feldahorn im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. In Bildstock fanden sich viele Menschen ein, die auch Hintergründiges erfuhren. Stefan Bohlander

Ein Feldahorn namens "Paul" ziert seit Neuestem den Spielplatz in der Ostschacht-Siedlung in Bildstock . Dieser "Nachwuchs" ist benannt nach dem jüngsten Mitglied des Saarwaldvereins Bildstock , dessen Mitglieder tatkräftig bei Spatenstich und Pflanzung mithalfen. Unterstützend dabei waren unter anderem auch die Naturfreunde Friedrichsthal und der Angelsportverein Saufang Bildstock , wie der Naturwart des Saarwaldvereins, Helmut Quint, den rund 50 Anwesenden erklärte.

Quint hatte beim Spatenstich am Sonntagnachmittag auch den historischen Teil übernommen, klärte beispielsweise über die Sage der Grühlingseiche auf: "Es ist nicht alles ersponnen", meinte er mit einem Augenzwinkern. Die Eiche stand einst kurz hinter der Auffahrt auf die A 623, auf der Sulzbacher Grühlingstraße Fahrtrichtung Bildstock , dort, wo Friedrichsthaler Bann auf den Hühnerfelder trifft. Sie markierte den Übergang zwischen beiden Orten.

Doch der mächtige Baum, 1648 aus einem Säumling der Drillingseiche entstanden, musste 2009 weichen. Dramatisch berichtete Helmut Quint davon, dass es am Tag der Fällung durchweg genieselt habe und erst beim letzten Knattern der Motorsäge die Sonne herausgekommen sei. Sein Bruder Bernhard Quint, erster Vorsitzender des Saarwaldvereins, trug noch ein selbst verfasstes Gedicht zur Grühlingseiche vor. Der Verein hatte auch eine Buntsandstein-Stele fertigen lassen, die seit vergangener Woche an jenem Ort auf die Grenze der beiden Gemarkungen hinweist.

Nun spendete der Regionalverband Saarbrücken anlässlich des "Tag des Baumes" ein neues Gewächs - eben "Paul". Bäume seien eigentlich nur mit positiven Eigenschaften ausgestattet, lobte Robert Weber vom Team Umwelt des Regionalverbandes. So seien Bäume nicht nur als Rohstofflieferant wertvoll, sondern böten beispielsweise auch Lebensraum für Tiere. Zudem rief er ins Gedächtnis, dass das Brauchtum des "Tag des Baumes" in Deutschland auf den damaligen Bundespräsident Theodor Heuss zurückgeht, der 1952 einen Ahorn im Bonner Hofgarten pflanzte.

"So ein Tag soll auch ein Tag der Begegnung der Menschen sein", ergänzte Manfred Maurer, der 1. Beigeordnete des Regionalverbandes. Man wolle, dass die Menschen in die Natur gehen. Gleichzeitig wolle man auch für einen respektvollen Umgang mit der Natur werben. Deswegen seien gerade tausendfach Menschen in Deutschland unterwegs, die ebenfalls die schöne Tradition des pflanzlichen Nachwuchses pflegten.

"Wo der Natur etwas genommen wird, muss auch wieder etwas zurückgegeben werden", sagte Friedrichsthals Bürgermeister Rolf Schultheis anlässlich der Pflanzung. Die Natur lebe mit den Menschen und umgekehrt auch der Mensch mit der Natur.

Auch appellierte er an die Bevölkerung, mit offenen Augen durch die Stadt zu fahren: "Schauen Sie sich das Grün an!".