Ebenbild aus dem 3D-Drucker

3D-Drucker können mithilfe eines Kunststoffs und einer Art Heißklebepistole dreidimensionale Modelle „ausdrucken“. Vorher müssen diese allerdings am Computer entworfen werden. Der Friedrichsthaler Alexander Petto tüftelt gerade an einem eigenen Scanner, um kleine individuelle Figuren von Personen herstellen zu können.

"Genau so habe ich mir mein eigenes Geschäft immer vorgestellt", sagt Alexander Petto, der Inhaber von "Saarpri.com", einem Fachgeschäft für 3D-Druck. Ein stilvolles englisches Chesterfield-Sofa in Olivgrün, dazu ein Couchtisch aus alten Holzpaletten. Und am Schreibtisch ein weißer Drehsessel, der aussieht, als komme er aus einer entfernten Galaxie. "Die Mischung aus Altem und Neuem macht es eben aus", sagt Petto. Und das gilt auch für seine Dienstleistungen. Die reichen vom 3D-Druckservice über den Verkauf von hochwertigen 3D-Druckern bis hin zu Schulungen.

Was ein 3D-Drucker kann? Ziemlich viel. Am meisten nutzt ihn die Industrie. Firmen, die zum Beispiel Getriebe herstellen, lassen sich vorher ein kleines 3D-Modell drucken. Aber auch Privatleute nutzen die Drucker. Etwa um einen kaputten Lampenschirm nachzubauen oder sich ein neues Gehäuse für den Computer drucken zu lassen. Im Schaufenster von Saarpri.com steht ein besonders aufwendiges Produkt aus einem 3D-Druckers. Es ist das Modell eines Hauses, das Petto im Auftrag eines Architekten in seinem Geschäft gedruckt hat. 72 Stunden lief der Drucker dafür auf Hochtouren. Wie er funktioniert? "Der 3D-Drucker ist nichts anderes wie eine hoch komplizierte Heißklebepistole", sagt Petto.

Als Material verwendet er meistens den Kunststoff Polylactat. Der ist zunächst ähnlich wie ein Kabel aufgerollt. Der Drucker zieht das Material ein und erhitzt es im Inneren. Auf einer aufgeheizten Glasplatte setzt eine Düse dann Schicht für Schicht die weiße Substanz aufeinander, bis die gewünschte Form entsteht. Woher der Drucker die kennt? Am Computer wird mit einem Programm das Modell erstellt, dann auf eine Speicherkarte gezogen und in den Drucker gesteckt. Und schon geht es los.

Seit Anfang November gibt es den Laden für 3D-Druck in der Saarbrücker Straße in Friedrichsthal . Vorher leitete Petto Saarpri.com als Internetfirma von Merchweiler aus. Aber er wollte seinen Kunden mehr bieten, "sie an die Hand nehmen, ihnen alles zeigen und erklären und als Ansprechpartner immer da sein".

Mit dem neuen Geschäft hat er sich diese Wünsche erfüllt. Auf dem grünen Sofa sitzt er jetzt und berät seine Kunden . 28 hat er bereits. Davon ist ein Viertel Privatkunden. Die meisten lassen ihre Objekte bei ihm drucken. Manche kaufen auch einen Drucker. Der kostet zwischen 2000 und 500 000 Euro. Alexander Petto kommt eigentlich aus dem Vertrieb. Vor zehn Jahren hat er seine Faszination für den 3D-Druck entdeckt. Auf Fachmessen lernte er viele Leute mit guten Ideen kennen. Und stellte fest: "Das ist die Zukunft, da musst du mitmachen." So kam er zum 3D-Druck. "Ich finde es total beeindruckend und toll, dass man ein Design nicht nur auf dem Bildschirm hat, sondern wirklich etwas in der Hand halten kann", sagt er. Firmen könnten mit den gedruckten Modellen ihre Kunden leichter überzeugen.

Zurzeit tüftelt Petto an einem Scanner Marke Eigenbau. Mit einem Schuss soll der 60 Bilder gleichzeitig machen. Und zwar rundherum von unserem Körper. Ganz fertig ist der Scanner noch nicht. Aber nächstes Jahr kann Petto seinen Kunden dann kleine Figuren von sich selbst erstellen - 21 Zentimeter hoch.