Die Zeichen stehen auf Wachstum

Vergangenes Jahr ist die Montessori-Gemeinschaftsschule von Schafbrücke nach Friedrichsthal umgezogen. Und hat sich damit nicht nur räumlich verbessert. 36 neue Schüler können aufgenommen werden.

Wenn jetzt die die Temperaturen steigen und der Frühling Einzug hält, wird es auf und um den "Weltacker" richtig grün. Dann leben dort auch die (Haus-)Tiere auf. "Manchmal kommen sogar ganze Kindergarten-Gruppen, um die Tiere zu streicheln", erklärt Annette Dragan. Sie ist seit Februar 2015 Leiterin der Montessori Gemeinschaftsschule/Gesamtschule in Friedrichsthal . Das Projekt "Weltacker" ist ihr dabei besonders ans Herz gewachsen: "Es ist mehr als ein Schulgarten. Die Schüler sollen dabei auch lernen, ob und wie es Sinn macht, Obst, Gemüse und Getreide aus allen Erdteilen anzubauen und zu verwerten."

In diesem Jahr erlebt die Garten-Arbeitsgemeinschaft ihren Weltacker zum ersten Mal beim Aufblühen. Denn nach der Entscheidung, die ehemalige Edith-Stein-Schule im vergangenen Jahr zu schließen, zog die Montessori-Gemeinschaftsschule zum Schuljahr 2015/16 nach Friedrichsthal um: "Wir haben uns dadurch räumlich fast verdoppelt", erklärt Dragan. Schüler und Kollegium seien mittlerweile in Friedrichsthal "angekommen" und man habe sich gut eingelebt: "Wir hatten einen guten Start, schon beim Umzug von Schafbrücke hierher haben alle - Schüler , Lehrer und Eltern - mit angepackt." Bestätigt habe sich zudem die gute Lage und Anbindung des neuen Domizils an Innenstadt und Nahverkehr: "Alles ist für die Schüler fußläufig gut erreichbar. Und der nächste Bahnhaltepunkt liegt nur wenige hundert Meter entfernt." Die Gebäude der ehemaligen Edith-Stein-Schule seien ein Glücksgriff für die Privatschule gewesen. "Es wurde lange nach einer Alternative zu Schafbrücke gesucht. Dort wurde es einfach zu eng. Hier in Friedrichsthal mussten nur kleine Umbaumaßnahmen vorgenommen werden, bei denen uns der Regionalverband sehr unterstützt hat", erklärt Annette Dragan. Durch den gelungenen Umzug und die gute Startphase blühe die Schule nun - ebenso wie der "Weltacker" - auf. Die Jungen und Mädchen arbeiten in Schülerfirmen, es werden Bienen, Hühner und Hasen gehalten und die Produkte vermarktet. Sie haben bisher an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen und dort viele Preise gewonnen, unter anderem mehrmals beim Wettbewerb der Ingenieurkammer des Saarlandes, bei zahlreichen Sportwettkämpfen, und die Schule ist Preisträgerin des saarländischen Schulpreises und nimmt in diesem Schuljahr am "Trialog der Kulturen" teil, einem bundesweiten Wettbewerb der Quandt-Stiftung. Im Rahmen des so genannten ,,72-Stunden-Projekts" wurde zudem der Ostbahnhof in Saarbrücken renoviert.

Nun stehen die Zeichen auf Wachstum: 197 Schüler der Klassenstufen fünf bis 13 besuchen derzeit die Einrichtung. Unterrichtet werden sie dabei von 27 Lehrkräften. "Wir können bis zu 36 neue Schüler im kommenden Schuljahr aufnehmen", erklärt die Schulleiterin. Wichtig dabei sei, dass auch Quereinsteiger aus den Stufen sieben und acht von anderen Schulen in Friedrichsthal anfangen können: "Bei uns gibt es auch noch die Klassenstufe 13, nach der die Absolventen das staatliche Zentralabitur ablegen", sagt Dragan: "Wir vermitteln dabei konsequent in allen Klassenstufen den Leitgedanken ,Hilf mir, es selbst zu tun!' von Maria Montessori." So wird in einer Montessori-Schule heterogen, also altersgemischt unterrichtet. Häufig werden Klassen zusammengefasst. Dadurch sollen sich Schüler gegenseitig helfen und etwas erklären können. Jüngere profitieren so von Älteren und umgekehrt. Und dieser Gedanke wird in den kommenden Wochen wieder ganz wichtig. Dann geht es um Pflege und Versorgung von Tieren: "Wir bekommen Schafe zu unseren Tieren", freut sich Schulleiterin Annette Dragan.

montessori-sb.de

Zum Thema:

Hintergrund Zum Leitgedanken der Montessori-Pädagogik gehört auch das Merkmal, dass ein großer Teil des Unterrichts an der Privatschule in Friedrichsthal in sogenannte "Freiarbeit" eingeteilt ist, die den überwiegenden Teil der Unterrichtszeit einnimmt. Dabei kann jeder Schüler selbst darüber entscheiden, wie er sie nutzen will. Ob Rechnen, Schreiben, Erdkunde, Geschichte: Jeder Schüler kann selbst wählen, wie er diese Zeit sinnvoll ausfüllen möchte. In den übrigen Stunden findet konventioneller Unterricht statt, mit Angeboten, in denen die Kinder mit neuem Material oder neuen Themen bekannt gemacht werden. chm