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Achtung, es könnte sehr, sehr unangenehm werden!
Die Invasion der gefürchteten Raupen

Hier sieht man das Nest mit  Raupen des Eichenprozessionsspinners.
Hier sieht man das Nest mit Raupen des Eichenprozessionsspinners. FOTO: dpa / Bodo Marks
Friedrichsthal. In Friedrichsthal ist der gefährliche Eichenprozessionsspinner jetzt auch auf dem Vormarsch. Von Michèle Hartmann

Der gefährliche und gefürchtete Eichenprozessionsspinner ist nun auch in der Stadt Friedrichsthal angekommen. Das teilt die Stadt-Pressestelle mit. Zurzeit werden die Nester an den befallenen Bäumen von einer Spezialfirma und von Mitarbeitern des städtischen Baubetriebshofes entfernt. Dabei werden Nester am Rande des Freibades, auf dem Friedhof in Friedrichsthal und im Bereich Hoferkopf beseitigt.


Die Brennhaare der Raupe brechen leicht und werden bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen, heißt es überdies aus dem Friedrichsthaler Rathaus. Und: „Die alten Larvenhäute bleiben nach der Häutung in den Nestern, deshalb ist die Konzentration an Brennhaaren oft sehr hoch. Alte Gespinstnester, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, sind eine anhaltende Gefahrenquelle.“ Die Raupenhaare seien lange haltbar und reicherten sich über mehrere Jahre in der Umgebung an – besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs.

Man sollte die Invasion der Raupen – wo auch immer – unter gar keinen Umständen unterschätzen. Die Hautreaktionen halten (unbehandelt) oft ein bis zwei Wochen an. Meist sind alle Hautbereiche betroffen, die nicht bedeckt waren. Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf. In Einzelfällen neigen überempfindliche Personen zu allergischen Schockreaktionen.



Die Stadtverwaltung rät zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen: Grundsätzlich sollten die Befallsgebiete gemieden werden. Vor allem sollte man Nacken, Hals, Unterarme und Beine schützen. Raupen und Gespinste nicht berühren. Und wenn es dennoch aus Versehen passiert ist, sollte man sofort die Kleidung wechseln und ein Duschbad nehmen.

Auch in anderen Teilen des Saarlandes sind die Eichenprozessionsspinner in letzter Zeit vermehrt aufgespürt und aufwändig bekämpft worden. Das Problem mit den gefürchteten Tieren scheint sich erheblich auszuweiten.

Bereits im Mai gab es in St. Ingbert einen Feuerwehreinsatz im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner.
Bereits im Mai gab es in St. Ingbert einen Feuerwehreinsatz im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner. FOTO: Alex Weber