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Maskottchen für die Waldwerkstatt
Der Wichtelmann-Macher

Julius Brenner mit seinem Entwurf
Julius Brenner mit seinem Entwurf FOTO: Iris Maria Maurer
Sulzbach. Der Viertklässler Julius Brenner hat das Maskottchen für die Sulzbacher Waldwerkstatt entworfen. Am 1. Mai wartet ein buntes Programm auf Groß und Klein. Von Michèle Hartmann

Dieses Männchen macht gute Laune. Es hat alles, was ein Waldwichtel braucht. Als Kopf eine Eichel mit Hütchen, Arme und Beine, die erkennbar aus Ästen einer Eiche bestehen. Dass es zu Sulzbach gehört, das zeigt das Wappen der Stadt auf seinem waldgrünen T-Shirt. Mit aller Hingabe gemalt hat es Julius Brenner, weil der Viertklässler der Waldschule Altenwald künstlerisch was drauf hat. Eine Lehrerin hat ihn dazu ermuntert, wie er der SZ erzählt. Am liebsten wäre es ihm, wenn sein Fantasie-Geschöpf „Querci“ heißen würde, was sich herleitet aus dem lateinischen Namen der Stieleiche (quercus robur). Auf gar keinen Fall aber habe der Wichtel einen Mädchennamen verdient. Ganz eindeutig sei er männlich, sagt der Zehnjährige, der mal Autodesigner werden will.


Und warum braucht Sulzbach einen solchen Wichtelmann? Weil am Dienstag, 1. Mai (Tag der Arbeit), die feierliche Einweihung einer Waldwerkstatt erfolgt, und zwar gegenüber dem Forsthaus Neuweiler (Sulzbacher Weg 1). Also muss ein Maskottchen her, für das per Wettbewerb auch noch ein Name gesucht wird.

Um 10 Uhr geht es los, gegen 17 Uhr nimmt die Fete für alle Jungen und Mädchen im Alter von etwa vier bis 13 Jahren am 1. Mai dann ihren Ausklang. Für die Freiluft-Sause hat ein zehnköpfiges Team von Wald- und Erlebnispädagogen bereits ein umfangreiches wie spannendes Programm zusammengestellt. Einer der Hauptakteure mit guten Ideen ist Lothar Wilhelm („KulTourWerk“ Tourismusberatung) im Auftrag der Stadt Sulzbach und des Zweckverbandes Brennender Berg. Gemeinsam mit der städtischen Mitarbeiterin Heike Kneller-Luck erläutert er, was es alles zu sehen und zu erleben gibt. Er schickt voraus, dass man heute bei vielen Kindern ein „Naturdefizitsyndrom“ diagnostizieren könne. Kinder, sagt Wilhelm, sollten auf lustvolle Art und Weise neue Erfahrungen machen, das verändere den ganzen Menschen. Und wo kann man solche freudvollen Sinneswahrnehmungen und Aktivitäten erleben? Selbstredend in der Natur. Dort, wo sich die Waldwerkstatt entfalten wird, ist eine geheimnisvolle Schlucht, dort gibt es alles, was das Herz begehrt. Ein großes rundes Sofa aus Holz spielt da auch eine Rolle. Das allerdings, so Heike Kneller-Luck, sei auch die einzige Möblierung rings umher. Der Rest ist pure Handarbeit. Es wird geschnitzt und gesägt, eine Klangwerkstatt entsteht, Lederbeutel erblicken das Licht der Welt, die Kinder können Traumfänger, Figuren und Puppen aus den im Wald vorhandenen Material gestalten. Sie können mit ihren selbst hergestellten Figuren Geschichten weiterspinnen und in ein Theaterstück münden lassen. Sie können aber auch nur still dasitzen und einiges erfahren über das Leben der Wölfe, Stockbrot über offenem Feuer rösten und einiges andere mehr. Sie können auch auf einem Seil über die Schlucht balancieren und praktische Sachen herstellen in der sagenhaften Wippdrechsel-Werkstatt.

Dass es langweilig wird, ist kaum vorstellbar, auch nicht für die Erwachsenen, die die Kleinen in den Forst begleiten. Informative Rundgänge bietet ihnen Revierförster Nils Lesch an. Warmes Essen und kühle Getränke gibt es derweil im IPA-Heim, das an diesem Tag als „Elternparadies“ fungiert, wenn die Kinder mal allein loslegen wollen.

Noch ein Hinweis, um den die Stadt Sulzbach gebeten hat: Die Kinder sollten unbedingt mit festem Schuhwerk anrücken und in dem Wetter angepasster Kleidung. Und sie sollen ihre Trinkflaschen mitbringen. Parkmöglichkeiten sind genügend in der Industriestraße vorhanden. Von dort führt ein kurzer Fußweg übers IPA-Heim zum Ort des Geschehens.