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Pläne für ein Wahrzeichen
Der Turm wird nun zur Bürgersache

Bürgermeister Rolf Schultheis wendet sich an die Zuhörer im Festsaal des Friedrichthaler Rathauses.
Bürgermeister Rolf Schultheis wendet sich an die Zuhörer im Festsaal des Friedrichthaler Rathauses. FOTO: Thomas Seeber
Friedrichsthal. In Friedrichsthal sollen die Bewohner in Kürze darüber entscheiden, ob ein neuer Hoferkopfturm gebaut wird. Das ist das Ergebnis einer Versammlung. Von Petra Pabst

Kommt er, oder kommt er nicht, der neue Hoferkopfturm? Rund 90 Prozent der Friedrichsthaler waren bei einer Saalabstimmung dafür. Das gilt zumindest für die rund 60 Zuhörer, die sich jüngst bei der Bürgerversammlung zum Thema im Friedrichsthaler Rathaus eingefunden hatten. Diese Abstimmung war natürlich nicht repräsentativ und auch nicht ganz ernst gemeint. Dennoch will Bürgermeister Rolf Schultheis in Kürze eine Umfrage in der Stadt machen lassen, um herauszufinden, ob ein neuer Hoferkopfturm von der Bevölkerung gewünscht ist. Zusammen mit dem Vorsitzenden des Fördervereins Hoferkopfturm, Manfred Plaetrich, hatte er zur Versammlung eingeladen. „Wir haben das Ziel, einen Neubau des Hoferkopfturms finanziell und ideell zu unterstützen“, sagte Plaetrich.



Der Hoferkopfturm stand einst auf dem Gipfel des Hoferkopfs in Bildstock. Der ursprüngliche Turm war ein vom Saarwaldverein Bildstock 1931 errichteter, 18 Meter hoher Aussichtsturm. Bis zu seinem Abriss 1972 war er mit seiner geschlossenen Holzkonstruktion das Wahrzeichen der Stadt und bot Rundumsicht bis weit ins Sulzbachtal hinein, bei guter Witterung sogar bis nach Saarbrücken und in die Vogesen. Im März 1972 musste er wegen Baufälligkeit abgerissen werden. 1994 errichtete das THW Friedrichsthal in sechs Monaten ehrenamtlicher Arbeit einen neuen Turm aus Nadelholz für rund 200 000 DM. Die rundum offene Konstruktion erwies sich jedoch als problematisch, denn im Laufe der  Jahre kamen Unterhaltungs- und Sanierungskosten in Höhe von rund 92 000 Euro zusammen. Trotzdem wurde das Holz morsch; im September 2014 musste der Turm aus Sicherheitsgründen abgerissen werden.

Heute engagiert sich der Förderverein für die Errichtung eines neuen Aussichtsturms, der in Anlehnung an die ursprüngliche Form gebaut werden könnte. Die Pläne dazu sind noch vorhanden. Die geschlossene Turmversion in Holzbauweise könnte in Verbindung mit einer Aluminium- oder Stahlkonstruktion gebaut werden. Ebenfalls denkbar wäre ein kompletter Aluminium-Turm. Der Vorteil des Metallbaus wären geringere Unterhaltungskosten. „Die Kosten für unseren Vorschlag würden sich auf etwa 230 000 Euro belaufen“, so Plaetrich. Durch verschiedene Aktionen, wie eine Ausstellung oder die Herausgabe eines Buches, konnte der Verein zwischenzeitlich Spenden in Höhe von rund 10 000 Euro zusammentragen. Weitere etwa 4700 Euro sind zweckgebunden auf Konten der Stadt eingegangen und werden dort für den Neubau eines Turmes verwahrt – so er denn kommt.

„Sobald der Stadtrat sich für den Bau eines neuen Turms entschieden hat und sich über die Bauweise einig ist, können wir mögliche Sponsoren und Spender ansprechen. Die Stadt hat zudem noch Möglichkeiten, aus Landes- oder EU-Mitteln Fördergelder abzurufen“, sagte Plaetrich. „Wir haben natürlich viele Projekte in der Stadt, die uns drücken, wie der Rechtsschutzssaal oder die Bäder“, so Rolf Schultheis. „Wir schätzen die Kosten für einen neuen Turm auf rund 250 000 bis 280 000 Euro. Und auch wir haben uns bereits Gedanken gemacht, wie wir die Finanzierung sichern können, und haben einige Ideen.“ Die Befürworter des Neubaus drängen darauf, mit dem ersten Schritt nicht mehr zu lange zu warten. Es werde in Kürze eine offene Umfrage geben – als Abstimmung im Internet und via Unterschriftenliste im Rathaus, sagte Schultheis. Das Ergebnis werde dem Stadtrat bei der Entscheidung helfen.

Fotos und Infos rund um den Hoferkopfturm gibt es im Internet.

Hier wird ein Gestaltungsvorschlag gezeigt.
Hier wird ein Gestaltungsvorschlag gezeigt. FOTO: Thomas Seeber
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