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Der Sprung ins kühle Nass – nur was für Hartgesottene

Der Sprung ins kühle Nass – nur was für Hartgesottene

Wer am Freitagvormittag seine Bahnen im Bürgerbad unter freiem Himmel ziehen wollte, hatte keinerlei Platzprobleme. Aber ganz leer waren Becken und die große Spaß-Rutsche nun aber auch nicht.

RosemarieSiffrin
ElfiBritz
SaschaBaumert
HildegardMöres

"Je kühler, desto weniger Gäste", bringt es Sascha Baumert auf den Punkt. Der Schwimmmeister im Frei- und Hallenbad Friedrichsthal und seine drei Kollegen, einer davon im technischen Bereich, haben während der Sommermonate eigentlich mit der Aufsicht über die Badegäste genug zu tun - eigentlich. Aber dieser Sommer war bislang ein sehr durchwachsener, und in zwei Wochen sind die Sommerferien schon wieder vorbei. Damit könne man das Sommergeschäft eigentlich auch schon abhaken.

"Ich habe sechs verschiedene Apps, die sechs verschiedene Vorhersagen anzeigen", so der Schwimmmeister. Natürlich bleibe der Bäderbetrieb wegen wechselhaften Wetters und ausbleibender Gäste nicht stehen. So werden zum Beispiel dringliche Arbeiten im Hallenbad erledigt, Boden oder Wände etwa werden gereinigt, Fugen mit neuem Silikon versehen. Dem Außenbereich sieht man die gute Pflege an, die Hecken sind geschnitten und die Rasenflächen um die drei Becken und die Spaß-Rutsche werden mit dem Sitzmäher gestutzt.

"Bei schönem Wetter kann man in einer Woche schon mal zehn Überstunden ansammeln", erklärt Sascha Baumert. Diese kann man bei weniger Betrieb natürlich gut abbauen. Im normalen Sommerbetrieb arbeiten die drei Schwimmmeister als Aufsicht. Bis zu 1500 Besucher täglich könne man begrüßen. "Wenn sich das über mehrere Wochen zieht, ist man als Schwimmmeister schon mal froh, wenn es einen Tag regnet", scherzt Sascha Baumert. Generell sei es selbstverständlich keine gute Situation, wenn Besucher fernbleiben. Bedingt durch den ständigen Wechsel von Sonnenschein und Regenschauern sei es zurzeit so, dass das Bad auch mal nur für einen Gast geöffnet sei.

Seit der Renovierung Mitte der 90er Jahre führt Harald Großjean eine Statistik über die Besucherzahlen. "Ich kann mich an keinen vergleichbaren Sommer erinnern", so der bei der Stadt Friedrichsthal für den Bäderbetrieb zuständige Verwaltungsmitarbeiter. Gerade einmal 8500 Besucher zog es seit Mitte Juni ins Freibad in der Schwimmbadstraße. Im vergleichbaren Zeitraum im vergangenen Jahr waren es 20 000. Der Besucherschnitt im Hallenbad sei seit einigen Jahren mit jeweils etwa 50 000 Gästen stabil, am Dienstag, 16. September, beginne dort die neue Saison. "Bis dahin muss noch ein Ruck durch den Wettergott gehen", so Harald Großjean mit einem Augenzwinkern.

"Ich komme jeden Tag bei Wind und Wetter", erzählt Besucherin Hildegard Möres. Sie wohnt direkt gegenüber dem Bad und war schon als Kind hierhergekommen. Dort, wo sich heute ihr Haus befindet, war früher noch die Liegewiese. Sie gehört zu einer Gruppe von Frühschwimmern, die bis zu 25 Männer und Frauen umfasst. Je nach Wetter- und Gemütslage sind es mal mehr oder weniger. "Es ist gut für die Gesundheit und macht Spaß", so Elfi Britz. "Wenn es regnet, kommen wir auch mit Schirm und Kappe", schmunzelt Rosemarie Siffrin. Auch wenn die Temperatur des Wassers mal nur 19 Grad beträgt und das Duschen vorher noch kühler ist: "Wenn man ein paar Mal gerutscht ist, wird einem schon warm", lacht Erika Hammerer.

Das Freibad Friedrichsthal ist täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet, auf jeden Fall bis 12 Uhr. Längere Öffnungszeiten richten sich nach dem Wetter. Infos auch zum Saunabetrieb unter Telefon

(0 68 97) 84 24 12.