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Der neue Hoferkopfturm ist eine echte Augenweide

Der neue Hoferkopfturm ist eine echte Augenweide

Mit dem Abriss des Hoferkopfturms verlor Bildstock vor zwei Jahren sein Wahrzeichen. Nun aber ist der hölzerne Koloss wieder in den Stadtteil zurückgekehrt – en miniature. Er thront im Inselgarten in der Grühlingstraße.

"Dieser Turm ist wesentlich kleiner als das Original", sagt Jan Detemple und lächelt. Zusammen mit 15 weiteren Mitschülern der Gemeinschaftsschule Quierschied bastelte, sägte und baute der motivierte Achtklässler an der außergewöhnlichen Aufgabe: dem originalgetreuem Miniatur-Modell des Hoferkopfturms - und das über eineinhalb Jahre.

Zur Erinnerung: Den ersten Aussichtsturm auf dem Hoferkopf baute der Saarwaldverein Bildstock . Im Jahr 1994 errichtete das THW in der Nachfolge einen neuen Holzturm. Dieser hielt bis 2014 und wurde dann abgerissen - aufgrund der mit der Zeit immer brüchig werdenden Holzkonstruktion.

"Unser vorgegebener Maßstab war 1:12", erzählt der 14-jährige Jan weiter, "somit erreicht unser Hoferkopfturm eine Größe von zwei Metern. Und so wie ich ihn jetzt sehe, bin ich wirklich stolz auf unsere Arbeit. Sieht schon super aus." Dabei war die Aufgabe, den Turm nachzubauen, alles andere als leicht. "Normalweise befassen wir uns mit Elektronik wie beispielsweise ferngesteuerte Autos", bezieht sich Lehrer Andreas Hartmann auf die vom Generationenberat Friedrichsthal gestellte Herausforderung. Neben seinen beiden Fächern Deutsch und Chemie leitet der engagierte Pädagoge seit drei Jahren auch eine Modellbau-AG. "Somit war diese Aufgabe natürlich für uns etwas ganz Neues", erinnert sich Hartmann weiter. "Aber nach aufwendiger Planung und anfänglichen Holprigkeiten fanden sich die Schüler ziemlich schnell in das neue Thema ein."

Den Bauplan für das Miniaturmodell bekam die jungen Schüler von der Gemeinde Friedrichsthal. Die zahlreichen Kieferleisten - Hauptbestandteil des Turms - schnitten die Schüler selbst zurecht, den Rest besorgte die Modellbau-AG im Supermarkt. Und dann ging es auch an die Arbeit. "Diese verlief parallel zu unseren anderen Projekten", erklärt Hartmann die Fertigstellung über viele Monate. "Einmal die Woche trafen wir uns dann für eineinhalb Stunden und schraubten immer weiter in die Höhe."

Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen. Die liebevoll nachgebaute Aussichtsplattform, das akribisch gearbeitete Geländer, die exakt abgemessenen und geschnittenen Balken - bei diesem Anblick fehlten dem Auftraggeber, Werner Pietsch, die Worte. "Die Schüler haben das wirklich, super toll gemacht", freut sich der Vorsitzende des Friedrichsthaler Generationenbeirates. "Nach der Realisation unseren Inselgartens suchten wir nach einem passenden Symbol, das wir dann in die Mitte der kleinen Grünanlage platzieren wollten", beschreibt Pietsch den Grund des Auftrages. "Mit diesem Miniatur-Turm ging unser Wunsch endlich in Erfüllung."

Aber was ist eigentlich mit dem großen Hoferkopfturm? Nimmt der neue Aussichtsturm auch die alte Optik an? "Das kann ich leider noch nicht genau sagen", meint Pietsch, "das hängt auch davon ab, wieviel an Geld zusammen kommt."