| 20:26 Uhr

Aus dem Stadtrat
Der Memoriamgarten wird angelegt

Friedrichsthal. Der Stadtrat lockert die Vorschriften für die Gestaltung von Urnenwänden. Von Thomas Feilen

Der Stadtrat hat auf Kritik und Anregungen der Bürger reagiert und die Friedhofssatzung geändert. Diese hatte er erst im Mai 2015 modifiziert. Damals war vielen Friedrichsthalern das Erscheinungsbild der Urnenwände Anlass zur Kritik gewesen: Wegen der Anbringung von Vasen an den Urnenplatten und die damit zum Teil verbundene Ausgestaltung der Gefäße mit Kunstblumen und auch überdimensionaler Gestecke hätten die Wände manchmal einen „schießbudenartigen Charakter“ bekommen.


Daraufhin änderte der Rat die Friedhofssatzung derart, dass Urnenwände bzw. Urnenstelen zukünftig nur noch mit Namen sowie Geburts- und Todestag beschriftet werden dürfen. Sonstige Zusätze waren nicht mehr zulässig.

Am Mittwoch nun die erneute Abänderung, die im Versammlungsraum der Feuerwache (Grubenstraße) einstimmig beschlossen wurde. Nunmehr können gerade die christlichen Ornamente wie „betende Hände und Kreuzzeichen“ sowie Bilder der Verstorbenen an den Urnenwänden angebracht werden.



In einem weiteren Tagesordnungspunkt beriet der Rat am Mittwochabend über die Planungen zum sogenannten Memoriamgarten. Für den Fachbereich Bauen und Umwelt teilte Birgit Kania den Stand mit. Demnach will Susanne Storb von der Dauergrabpflege-Treuhandstelle Saarländischer Friedhofsgärtner  zusammen mit Christine Hoffmann, Inhaberin der Friedhofsgärtnerei „Blumen Rebel“ in Neunkirchen, die auf dem Friedhof in Friedrichsthal vorgesehene Fläche neben den Urnenwänden dafür nutzen. Hoffmann sei bereit, den Memoriamgarten anzulegen und zu betreiben. Vorgesehen ist,  dass schon am Donnerstag begonnen werden sollte, die Wegeführung des Gartens anzulegen. Bis Ende März sollten die entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen geschaffen sein, damit im Laufe des Monats April eine Belegung möglich sein wird. Hier stimmte der Rat ebenfalls einstimmig zu.

Zu Beginn der Sitzung hatte Bürgermeister Rolf Schultheis den SPD-Politiker Stefan Schmidt als Stadtratsmitglied per Handschlag verpflichtet. Schmidt rückte für Heinz-Hermann Winkel in das Gremium nach, der „aus privaten Gründen“ sein Mandat vorzeitig niedergelegt hatte. Einstimmig wurden nach Winkels Ausscheiden nun auch die Ausschüsse neu besetzt.

Zum Schluss des öffentlichen Teils ging CDU-Fraktionsvorsitzender Daniel Jung auf den Stand und die teils öffentliche Diskussion zur Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) ein. Er betonte, dass diese kein Wunschkonzert“ sei, und bezog sich damit auf ein Papier der Sulzbacher CDU, wonach der gemeinsame Baubetriebshof für die drei Kommunen in Friedrichsthal angesiedelt werden könnte. Schultheis wiederholte seine Aussagen, dass die IKZ nur dann Sinn mache, wenn Kosten gespart und die Effizienz der Verwaltungsprozesse im Sinne der Bürgerfreundlichkeit erhöht würde. Eine Zusammlegung von Verwaltungsaufgaben, um Personal einzusparen, sei überhaupt nicht vorgesehen.

Im Übrigen erwarte er, dass alle Vorschläge sachlich geprüft würden. „Wir sind ja sowieso in einem Prozess“, meinte er wörtlich. Er hält die weitere Begleitung durch externe Gutachter, zum Beispiel auch die Moderation von gemeinsamen Sitzungen aller Kommunalräte, für sinnvoll. Klar sei auch, dass alle Räte den Plänen zustimmen müssen. Zunächst sollten sich die Verwaltungschef nochmals abstimmen.