Der lange Marsch der Narrenschar

Friedrichsthal. Wo tanzen Löwen ausgelassen mit Schnecken? Natürlich in Friedrichsthal. Mit viel Musik und guter Laune trotzten die Friedrichsthaler Narren gestern Nachmittag dem vom Wettergott geschickten nass-kalten Wetter. Obwohl also nicht gerade ideale Umzugs-Bedingungen herrschten, schien es so, als sei die ganze Stadt auf den Beinen, um beim Straßenspektakel dabei zu sein

Friedrichsthal. Wo tanzen Löwen ausgelassen mit Schnecken? Natürlich in Friedrichsthal. Mit viel Musik und guter Laune trotzten die Friedrichsthaler Narren gestern Nachmittag dem vom Wettergott geschickten nass-kalten Wetter. Obwohl also nicht gerade ideale Umzugs-Bedingungen herrschten, schien es so, als sei die ganze Stadt auf den Beinen, um beim Straßenspektakel dabei zu sein. Und wieder einmal bewiesen die Organisatoren des Friedrichsthaler Gaudiwurms - der Heimat- und Verkehrsverein sowie die drei Karnevalsvereine Kneisjer vom Hoferkopp, Narrenzunft katholischer Vereine (NKV) Friedrichsthal und Blau-Weiß vom Ostschacht -, dass es nicht immer gigantisch sein muss. Auch klein und fein macht die Strooßefaasenacht Spaß. Das sah auch eine Gruppe von 30 bis 40 Jungs aus Altenwald, Quierschied, Neuweiler und Friedrichsthal so, die sich mal wieder auf dem Friedrichsthaler Marktplatz trafen. Der 21-jährige Kai Fink aus Altenwald erzählte: "Wir treffen uns jedes Jahr hier, zum Umzug gucke. In der Gruppe macht das einfach einen Riesenspaß." 16 Gruppen, voll bepackt mit purer Lebensfreude und ausgestattet mit tollen Ideen, ließen bei den zahlreichen Zaungästen den Stress des Alltags für ein paar Stunden vergessen. Die Gruppen trafen sich wie immer am Ostschacht, um den weiten Weg über die Grühlingsstraße zum Bildstocker Markt und die Saarbrücker Straße runter zum Friedrichsthaler Markt unter ihre Füße zu nehmen. Puh, das war ein langer Marsch. Aber kein Problem für die gut gelaunte Narrenschar. Drei Musikkapellen, der Fanfarenzug des einheimischen Heimat- und Verkehrsvereins sowie die Musikzüge der Freiwilligen Feuerwehren aus Quierschied und Elversberg servierten Schunkel-Musik am laufenden Band. Dazu dröhnten aus den Anlagen nonstop die größten Fastnachthits. Und auch die vier Bachspatzen der NKV waren stimmungsmäßig gudd droff. Bei den vielen Alleh-hopp-Rufen wurden die Kehlen schnell trocken. Alle hatten aber genügend flüssigen Proviant dabei. Und dann gab es unterwegs ja noch zahlreiche Verpflegungsstände. Wie immer bildeten die großen Prunkwagen der drei Karnevalsvereine das Gerüst des närrischen Gaudiwurms. Dazwischen wimmelte es von allerlei verboozten Gestalten. Die Damen und Herren des Kneipp-Vereins Friedrichsthal hatten sich in Cowboys und Indianer verwandelt. Von allerlei närrischem Getier wimmelte es bei den Insulanern. Der Angelsportverein Saufang Bildstock hatte seine Neandertaler losgelassen. Die Toyota-Bombers ließen Trapper und Fallensteller auflaufen. Vom Reitverein Bildstock kamen jede Menge Ritter und Burgfräuleins. Clowns wuselten im Zug herum, tanzten mit Engelchen und Teufelchen über den Asphalt. Und lecker anzuschauen waren die süßen Törtchen der Heisje-Konditorei.