Chancen für Kinder bieten

Eine neue Initiative will Familien aus Friedrichsthal dabei helfen, frühe Chancen für Kinder zu nutzen und so eine besser Zukunft zu entwickeln. Das Bildungskonzept „Lernen für ein gutes Leben“ wurde am Montagnachmittag in den Räumen der Caritas-Gemeinwesenarbeit in der Alten Schule vorgestellt.

Neben Verantwortlichen der Caritas waren bei der Vertragsunterzeichnung des Bildungskonzeptes "Lernen für ein gutes Leben" auch Vertreter der Bündnispartner Jugendamt des Regionalverbandes Saarbrücken und Stadt Friedrichsthal anwesend.

"Wie können wir mit bescheidenen Mitteln etwas erreichen?" Dies war eine ausschlaggebende Frage das Projekt mit zu initiieren, wie Werner Hubertus erklärte. Der Sozialarbeiter der Caritas Friedrichsthal erläuterte, dass laut einer Erhebung 50 Prozent der Kinder in Friedrichsthal-Mitte "unter Armuts-Bedingungen leiden" würden. Deutschlandweit sei jedes vierte Kind von Armut bedroht. Die materielle Armut wirke sich negativ auf die Handlungs- und Entwicklungschance aus. Deswegen wolle man mit "Lernen für ein gutes Leben" vermehrt junge Familien erreichen.

Ulrich Hart, Abteilungsleiter beim Caritas-Verband, legte dar, dass "gleiche Bildung für alle" unerlässlich sei. Das Caritas-Gebäude in der Elversberger Straße solle deswegen ein Anlaufpunkt für Bürger aller Stadtteile sein. Akteure vor Ort sollen hier ins Gespräch kommen und Ideen zur frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung umsetzen.

Das Projekt ist Teil des Programms "Anschwung für frühe Chance" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Getreu dem Übergedanken "Anschwung" fungiert Sandra Fiehr als Moderatorin und "Anschwingerin" bei den Treffen der Projektbeteiligten. Umsetzbare Ideen seien etwa "Beratungen zum Übergang von Kita zur Schule oder Bildung von Arbeitskreisen", so die Mitarbeiterin der Forschungs- und Transferstelle für Gesellschaftliche Integration und Migration an der HTW des Saarlandes. Als "Brückenpartner auf kommunaler Ebene" bezeichnete Friedrichsthals Bürgermeister Rolf Schultheis die Aufgabe der Stadt. Hier gelte es zum Beispiel herauszufinden, wie man an Kinder aus "bildungsfernen Familien " - ein ungeschickter Begriff, wie er feststellte - herantritt. Je besser die Vernetzung sei, desto besser seien die Synergie-Effekte, pflichtete Thomas Eggs bei. "Bildung heißt, bessere Chancen zu haben", brachte der Regionalleiter des Jugendamtes im Regionalverband Saarbrücken das Ziel des Projektes auf den Punkt.

Etwa 50 bis 70 Familien in Friedrichsthal sollen mit "Lernen für ein gutes Leben" angesprochen werden, erklärte Lydia Fried, Sozialarbeiterin bei der Caritas Friedrichsthal . Kinder seien dann am Besten vor Armut geschützt, wenn es in der Familie stimme. Deswegen solle zuerst herausgefunden werden, an was Familien und Kinder Bedarf haben. Bildung umfasse schließlich nicht nur das Gelernte in der Schule. "Wir Fachleute denken uns ja nicht aus, was den Leuten helfen könnte", so die Sozialarbeiterin, "sondern wir fragen nach".

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