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Ein Dauerbrenner-Thema in der Kommune
Belastungsschwerpunkte mit viel Lärm

Manch ein Stadtratsmitglied wünscht sich auf dem Gebiet der Stadt Friedrichsthal noch einen stationären Blitzer.
Manch ein Stadtratsmitglied wünscht sich auf dem Gebiet der Stadt Friedrichsthal noch einen stationären Blitzer. FOTO: BeckerBredel
Friedrichsthal. Der Friedrichsthaler Stadtrat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit den Einzelheiten des Lärmaktionsplans. Von Stefan Bohlander

Die Stadt Friedrichsthal soll einen neuen Lärm­aktionsplan (LAP) bekommen. Darauf einigten sich die Mitglieder des Stadtrates bei ihrer jüngsten Sitzung. Erst im vergangenen Jahr wurde die „2. Stufe“ verabschiedet. Nach Europarecht sind die LAPs alle fünf Jahre fällig, weswegen sicherlich die Frage aufkommt: „Warum jetzt noch mal?“, wie Prof. Dr. Kerstin Giering vom Schalltechnischen Beratungsbüro GSB aus Bosen ausführte.


Das lasse sich damit erklären, dass die „2. Stufe“ bereits 2013 hätte umgesetzt werden sollen. „Das heißt, der Lärmaktionsplan muss in diesem Jahr überarbeitet werden“, sagte Giering. Zudem ist ein Teil der L112, die Illinger Straße in Bildstock zwischen Grühlingstraße und Stadtgrenze, als Abschnitt zu den bislang berücksichtigten Straßen hinzugekommen. Diese sind die A 8, die B 263 sowie die Landstraßen 112 (Illinger Straße), 125 (Neunkircher und Saarbrücker Straße) und 258 (Grühlingstraße). Warum der neue Abschnitt mit mehr als 16 000 Fahrzeugen im Jahr bislang nicht berücksichtigt war, entziehe sich jedoch seiner Kenntnis. Eine Hotspot-Analyse habe vor allem Strecken auf den drei Landstraßen als Belastungsschwerpunkte mit hohem Lärmpegel ausgemacht.

Als Maßnahmen zur Lärmminderung hatte das Beratungsbüro vorgeschlagen, an den Brennpunkten die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer zu drosseln und „wenn wesentliche Sanierungsmaßnahmen anstehen, den Einbau eines lärmmindernden Belags“. Dieser solle in der Illinger und in der Neunkircher Straße sowie in der Saarbrücker Straße zwischen Grubenstraße und Ortsausgang gelegt werden. Vorgeschlagen wurde auch, auf dem neu hinzugekommenen Abschnitt die Geschwindigkeit zu drosseln. Umgesetzt wurde aus den früheren LAPs wegen der geringen Zeitspanne bislang jedoch nur der Blitzer auf der Illinger Straße. Im Endeffekt würden die vorgeschlagenen Maßnahmen den Lärmpegel um 2,4 dB reduzieren.



Die Fraktion von Bündis90/Die Grünen sprach sich in einem Antrag für die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h auf mehreren Abschnitten in Illinger, Neunkircher, Saarbrücker und Grühlingstraße aus. Dafür sprächen unter anderem die Vermeidung von schweren Unfällen und eine gesteigerte Lebensqualität.

Etwas anders sah es die Koalition aus SPD und Die Linke. Jürgen Trenz (Die Linke) sprach sich für einen weiteren stationären Blitzer aus: „Wir denken, das bringt zumindest zeitweise viel mehr.“ Gerade nachts – „wenn Rennen gefahren werden“ – würde viele Fahrer ein Tempolimit nicht interessieren.

Daniel Jung, CDU-Fraktionsvorsitzender, erkundigte sich, ob die Heinitzer oder die Spieser Straße mit untersucht wurden. Kerstin Giering verwies darauf, dass die Zahlen sich auf eine Untersuchung des Bundes beziehen, also an Bundesautobahnen, Bundesstraßen und saarländischen Landstraßen gemessen wurde. Dazu gehörten die beiden genannten nicht. Das bedeute jedoch nicht, dass man auf Straßen, die nicht im LAP berücksichtigt wurden, keine Lärmschutzmaßnahmen einführen könne.